Wovon wir seit Wochen und Monaten träumten, was wir planten, organisierten, durchdachten, hat heute begonnen- Spielen vor Publikum! Noch dazu gleich im Doppelpack- zwei Shows kurz nacheinander. Dafür mussten wir früh raus. Um 5:55 Uhr klingelte der Wecker, schnelles Frühstück und dann ab mit dem Tuk Tuk. Eng war’s; vier ausgewachsene Europäer, ein dicker Showkoffer und vier Taschen mit Kostümen bzw. Fotoequipment mussten in das kleine Vehikel, und das war damit bis zum Rand gefüllt.

Es ist faszinierend, den Verkehr hier zu beobachten. Regeln, wie wir sie aus Deutschland kennen, scheinen hier niemanden zu interessieren und doch fließt der Auto-, Moped- und Tuk Tuk-Strom entspannt vor sich hin. Wir waren etwa 20 Minuten unterwegs und haben höchstens zwei Mal angehalten, um auf das Weiterfahren zu warten. Jeder wurschtelt sich immer irgendwie durch, rechts oder links überholen – egal, auch mal ein Stück auf die Gegenfahrbahn, Stoppschilder, rote Ampeln – wer stehen bleibt hat „verloren“.

Unser Auftrittsort war das „National Pediatric Hospital“. Der Chefarzt Vuthy Chhoeurn begrüßte uns persönlich und hatte alles bestens vorbereitet. Er überließ uns der Obhut seines Sohnes Raff, der uns zunächst eine kleine Lektion in Khmer gab. „Hallo“, „Mein Name ist…“, „Eins, zwei, drei“- und wieder mal klangen die Worte anders, als wir sie gestern gelernt hatten! Jeder scheint hier sein eigenes Khmer zu sprechen!

Die erste Show dann in einem klimatisierten Tagungsraum auf richtiger Bühne, die zweite im Foyer des Krankenhauses, noch etwas wackelig manchmal, hier und da zu lang, auch mal zu hektisch, aber es hat riesig Spaß gemacht, uns und dem Publikum. Und wir spielen uns ja erst richtig warm (im wahrsten Sinne des Wortes, bei den Temperaturen hier).

Ich freue mich, endlich loslegen zu können, ich freue mich hier zu sein und ich freue mich, dass mein Hexenschuss täglich schwächer wird. Und auf der Bühne spüre ich ihn sowieso nicht! Andreas