Diesmal ein Tag ohne eine einzige Aircondition zwischendurch, 60 km in Richtung Süden zu Sorya e.V. – über eine Stunde Fahrt, 36 Grad im Schatten also auch im Auto, unser Taxi hat auch eine kaputte Klimaanlage, na toll.
Einigermaßen ausgeschlafen werden wir von Julian, einem ehemaligen Freiwilligen und heutigem Vereinsvorsitzenden bei Sorya e.V. in einem Taxi abgeholt, was bedeutet, dass Julian im Kofferraum mitfährt. Während der Fahrt erfahren wir so Einiges über seine Sicht der Kambodschapolitik, den Verein, Julians Studium…
Also raus aus der Stadt – endlich Land, für meine Augen eine Erholung, zwar staubig, aber grün, Gebäude auf Stelzen…OHNE herumliegenden Müll und auch was die Frische der Luft angeht – Erholung. Nur die Hitze… je näher die Mittagszeit rückt… 11 Uhr beginnen wir heute, für alle ganz schön schlauchend. Aber wir haben einen Propeller namens Hatari im Umkleidebüro, vor dem wir uns abwechselnd in verschiedenen Posen und Grüppchen aufhalten.

Wir sind so rechtzeitig da, dass noch Zeit ist, um die in diesem Moment verwaiste Seidenweberei im Haus anzuschauen.
Heute wird draußen gespielt. Die Kinder sitzen im extra aufgebauten Langzelt, um Schutz vor der Sonne zu haben und wir performen im Schatten des Hauses davor. Julian hatte extra ein Einladungsplakat mit Clown entworfen und den Kindern erzählt, was er im Blog über uns gesehen und gelesen hatte, daraufhin sei eine Clownsmanie ausgebrochen. 
Zur Show haben viele Kinder und Erwachsene einen roten Punkt auf der Nase. Fans? KollegInnen? Und trotzdem legen die Kinder ihre Zurückhaltung schwer ab. Da sind fremde Menschen, Erwachsene, denen Hochachtung gebührt – je älter, desto höher. Dennoch sind sie interessiert dabei, voller Staunen und Lachen.
Mittag!!! Hunger!! Auf dem Weg zu zweiten Schule von Sorya e.V. fallen wir in ein kambodschanisches Dorfrestaurant ein und essen alle Reis und gebratenes Gemüse – einfach und lecker. Da der Tee meistens mit dem Leitungswasser gekocht wird, ergo nach Chlor schmeckt, trinke auch ich: COLA und natürlich Wasser, literweise. Und nun kommt die Entscheidung: Tempelberg ersteigen in der Mittagszeit 14-15 Uhr oder Hängematte und Dusche. 2 zu 2! Andreas und ich hieven unsere gefüllten Körper gemeinsam mit Julian, Helen sowie zwei kambodschanischen Schülerinnen der Highschool die Treppen auf den Berg hinauf, Ollie und Heiko hingegen fahren zur kambodschanischen Villa „Kunterbunt“, wo sie uns anschließend grinsend in der Hängematte empfangen. Wir hingegen gehen in einen Hinduistischen Tempel, der so alt sein soll wie Angkor Vat und besuchen nebenan eine Pagode, wo wir vor Buddha knien. Im Tempel bekommen wir jeder ein mit Gebeten versehenes rotes Bändchen um das Handgelenk geknotet, womit wir gesegnet sind und was uns schützen soll. Kann mensch immer gebrauchen.
Zur zweiten Show sind die Kinder schon eine Weile vor Ort, haben schon Bekanntschaft mit Heiko und Ollie gemacht und sind ein kleines bisschen aufgedreht – auch Clownsmanie! Symptome sind die roten Punkte auf der Nase. Wir bekommen Tee und Mango bei den begeisterten Eltern von Julians Partnerin – auch infiziert.
Die Kinder hier sind jünger, interessiert, aber auch zurückhaltend und vor allem – viele. Auch hinterm Drahtzaun auf der Dorfstraße sammeln sich zusätzliche Zuschauer. Sie bleiben stehen, halten Abstand, freuen sich – keine Ahnung, was sie mitbekommen, aber sie bleiben und bewundern das lange, weiße Etwas, was aus Mr. Peintbachs (Mr. Tomates) Mund gezogen wird.
Wir probieren heute einen neuen Namen für mich aus. Während des mittäglichen Kurzausfluges versuchten wir einen für kambodschanische Muttersprachler lustigen Gemüsenamen herauszufinden, den ich/wir auch aussprechen können: Kronn njengn – Salat – das zweite Wort wie Motorradgeknadder – Gas geben: njengn njengn njengn – sonst unaussprechlich.  Es gelingt mäßig und ich übe danach nochmal mit den jungen Frauen. Vielleicht ja doch lieber Chilli: Madtdä. Ich habe eine Identitätskrise. Aber für Krisen sind wir ja zuständig, da wird den Kollegen schon was einfallen.
Nach der Show wieder weiter mit den Kindern gerockt – Klatschspiel, „high five“ und mit Wasser übergossen werden.
Rückfahrt zum Leidwesen des Fahrers im Dunkeln. Im Hotel gibt’s auf einmal merkwürdige Geräusche auf dem Balkon….. Wind, nein es stürmt!! Und fünf Minuten später regnet es immer mehr und mehr, so dass wir uns in Badesachen auf die Dachterrasse stellen und im kalten Regen ausgelassen duschen. Was für ein Tag! Herzallerliebst Carola