Unser Weg führte uns heute entlang der Karpaten in das 2 Stunden entfernte Ghimbav.
Die Tourplanung schenkte uns heute eine weitere Besonderheit. Waren wir bisher in Kindergärten, Schulen und Waisenhäusern unterwegs, so durften wir heute Gäste in einem Heim für jugendliche Straftäter unser Stück zum Besten geben. 


Beim Eintreffen wusste weder die Security, noch der anwesende Erzieher irgendetwas von unserem Auftritt. Jedoch wurden uns die Türen, die den 24 Jugendlichen ständig verschlossen sind, schnell geöffnet. Die 21 Jungs und 3 Mädels im Alter von 13 – 16 Jahren halfen schnell mit, auf engstem Raum eine Bühne zu schaffen. 
Kurzer Skepsis in den Gesichtszügen der Zuschauer gegenüber den vier Rotnasen, wich sehr schnell freudige Zustimmung. Listige Störaktionen der Anwesenden, gekontert durch die Spontanität der Clowns, führte am Ende zur namentlichen Anfeuerung jedes einzelnen Clowns.
Das Interesse der Jugendlichen an den Personen hinter den Clowns nach der Show war groß. 

Die Einrichtung für die straffällig gewordenen Jugendlichen ist eigentlich nur eine vorrübergehende Lösung. Von dort aus werden sie in andere staatliche Unterbringungen vermittelt. Eine anwesende Jugendliche verweilt aber schon seit 3 Jahren in der Unterbringung.
Frau Sonja Kunz, die uns den Auftritt in diesem Jugendheim vermittelt hat, geleitete uns dann den Weg zur Casa Livezii. 
Es ist eines von drei Häusern in denen 24 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis zwanzig Jahren betreut werden. Ziel ist es den Kindern während des Aufwachsen und Lernens die Wärme und Sicherheit einer Familie zu geben, damit sie zu selbstbewussten Personen heranreifen. Viele Familien in der Gemeinde leiden unter Armut und schicken ihre Kinder nicht zur Schule. Durch das Projekt PeCA (pentru copii abandonati – für verlassene Kinder in Rumänien) wird den Kindern der Zugang zur Schule und zu Bildung ermöglicht. Das Projekt wurde 1995 in Basel gegründet. Seither arbeitet er mit der Stiftung in Gimbav zusammen.


Frau Kunz erzählte uns von vielen behinderten Kindern. In der rumänischen Gesellschaft fallen darunter sowohl erkrankte, wie auch körperlich und geistig Behinderte sowie verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Schlechte Voraussetzungen für eine individuelle, entsprechend angepasste Betreuung.


Über diese Grenzen hinweg strahlte bei unserem Auftritt heute die Sonne in den Garten der Casa Livezii. Strahlen auch auf den Gesichtern der kleinen und großen Zuschauer.

Peter