Ein Tag wie ein Rausch. Die Anstrengung durch die Hitze war zwischendurch zwar bemerkbar, aber die Erschöpfung kam erst hinterher wie eine Keule – bummm. Alle liegen danieder, auch weil es morgen wieder früh raus gehen wird.

Heute hatten wir entspanntes Aufstehen und wurden von einem Minibus mit gleich drei Menschen abgeholt. Unsere Verabredung führte uns zu einem Kinderheim, in dem ausschließlich durch Gewalt verschiedener Art traumatisierte und verlassene Kinder wohnen. Ich hatte vorher ausführlich mit dem deutschen Gründer gesprochen und er war auch persönlich anwesend. Mit diesem Wissen war es ein besonderes Ankommen.

Zunächst wurden wir freundlich zum Mittagessen empfangen, von den Kindern eher zurückhaltend beäugt. Zum Umziehen waren wir in einem privaten klimatisierten Schlafraum zweier Mitarbeiterinnen, die sehr viel Freude daran hatten, uns beim Umkleiden und Schminken zuzusehen und mit viel Humor allerlei Späßchen ausstanden.

Wir hatten eine super Showtime – endlich viele Zuschauer und eine abgeschlossene Situation. Das Publikum war Spitze und taute immer weiter auf. Und da es so schön war, wurde die Show wieder ein kleines bisschen länger… hier noch ein bisschen ausspielen und auskosten, dort noch ein bisschen mehr Wasser – wo das noch hinführen soll…

Dann erstmal eine Führung in Begleitung der Kinder durch das Gelände und die Wohnhäuser, dazwischen kleines Fußballspiel draußen in der prallen Sonne, Mantrasingen mit den Größeren in der Meditationshalle. Es folgte eine kleine wunderschöne berührende Khemertanzshow von den Mädchen und eine selbstbewusste , gekonnte Streetdanceshow von den Jungen, im Anschluss Tanzparty mit allen, dabei Khmertanzbewegungen lernen von mehreren jungen Lehrerinnen und Lehrern parallel, gleichzeitig Füße Hände, brrrr schöne Verwirrungen. Von allen Seiten kommen Kinderhände, die das Klatschspiel aus der Show spielen wollen, Wettbewerbe und die Freude, wenn man sich miteinander verhaspelt, weil es zu schnell ist oder einer es verpatzt, immer wieder Clownsnummern, kleine Zaubertricks mit den Händen, den Fingern, Sachen „verschlucken“ und „Huch“ da liegt es ja auf dem Stuhl spielen und mit Freude unsere Namen sagen: Mr Karot, Mr Bengbach, San dteijk -immerzu.

Andreas tanzt mit Hexenschuss Khmertanz und ist überglücklich, eine kleine Lektion zu bekommen, die Mädchen ebenso, solche interessierten Schüler zu haben. Ich versuche es und auch Heiko wird bald ein berühmter Khmertänzer sein – Finger spreizen und drehen – Wechsel! – es ist ein Fest!!!

Ja es war ein Fest – die Kinder haben gefeiert – mit uns mit sich – ausgelassen und wie sie sonst mit Besuchern nicht seien, sagen die Betreuer. Sie haben uns eingeladen, angefasst, mit uns gespielt, unsere Herzen berührt und ihre Momente geschenkt. Jubelnd wurden wir beim Antritt der Heimreise eskortiert und die Kinderhände wollten uns gar nicht fahren lassen. Danke. Danke. Akun.

Wir haben wie immer ein Foto dagelassen – das kommt in den öffentlichen Kasten, der Aufkleber kommt an den neuen Minibus und die rote Schaumstoffnase landete zur Freude aller auf der Nase des fröhlichen 70-jährigen Heimgründers Michael Weiss.

Grüße von Carola