2026 Indien


07.01.2026 - 26.01.2026

Juliane Urmes, Daniele Grivel, Arne Beeger, Anton Czemmel


In Indien sind besonders Kinder von Armut betroffen. Oft verlassen sie ihr ländliches Zuhause und glauben, dass sie in den großen Metropolen ein besseres Leben vorfinden und werden zu Straßenkindern, die um ihr tägliches Überleben kämpfen. Indien ist auch das Land mit der höchsten Zahl an Kinderarbeitern weltweit. 10 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren gehen zwangsweise arbeiten, zumeist in der Landwirtschaft. Oft weil sie Kredite zurückzahlen müssen, die sie selbst oder die Eltern aufgenommen haben. In dieser Schuldknechtschaft arbeiten die Kinder oft 12-16 Stunden am Tag ohne Arbeitsverträge, ohne jegliche soziale Absicherung, ohne Zugang zu Schule und Bildung, und das, obwohl es den „Right to Education Act“ gibt, ein Gesetz, das Bildung als Grundrecht für Kinder anerkennt.

Itinerary Date :25.01.2026

Die Vorbereitungen (oder: Wie alles anfing zu kribbeln)

01.01.2026

Vier Clowns machen sich vom 7. bis 24. Januar auf den Weg nach Indien.
Bevor die Reise beginnt, musste natürlich erst einmal geübt werden. Sehr ernsthaft.
Also … so ernsthaft, wie Clowns eben üben können.

Die Vorbereitungen fanden sowohl online in gemeinsamen Zoom-Treffen als auch bei zwei Probenwochenenden in Bonn statt – dort, wo fast alle Clowns leben. Fast alle. Toni reiste jedes Mal extra an. Er ist ein waschechter Bayer.

Im Alltag heißen sie Arne, Daniele, Toni und Julie. Doch kaum werden die roten Nasen aufgesetzt, verwandeln sie sich in Ratsch, Ritschi, Lali und Boss. Und plötzlich wird alles ein kleines bisschen schräger.

Ein ganzes Wochenende lang wurde intensiv an der Show gearbeitet: Es wurde gestolpert, gelacht, neu erfunden, Einsätze gingen verloren und tauchten wieder auf. Manchmal schien klar: Das klappt nie. Und fünf Minuten später ebenso klar: Das klappt GENAU so.

Zwischendurch gab es Kaffee, lebhafte Diskussionen über Bewegungen, Requisiten und Gags – und immer wieder dieses gemeinsame Lachen, das zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Ein besonderer Meilenstein war die Aufführung im Haus der Familie. Endlich Publikum, endlich echte Reaktionen. Spätestens dort wurde klar: Die Show lebt – und sie ist bereit zu reisen.

Nun sind die Koffer fast gepackt, die roten Nasen poliert und die Vorfreude wächst.
Indien wartet.

Und die Aufregung ist groß.
Fortsetzung folgt.

#clownsohnegrenzen #clownswithoutbordersgermany

Ankommen, Juhu und große Vorfreude

07.01.2026

1. Ankunft: Von Schnee zu Sonne

Gestern ging es los – bei eisiger Kälte in Frankfurt. So kalt, dass es schneite.
So kalt, dass unser Flugzeug erst einmal eine gute halbe Stunde über den Flughafen rollte wie ein Auto auf Parkplatssuche in einer Grossstadt um dann zwischen zu parken.
. Dort warteten bereits zwei Sonderfahrzeuge, die unsere Flügel sorgfältig enteisten. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen.

Dann aber: Abheben. Ruhiger Flug. Alles ganz normal.

Und schließlich die Landung in Indien – bei über 30 Grad, Sonnenschein und brestem Hochsommer Wetter. Gerade noch Schnee, jetzt Schweiß. Ein Kontrast, wie ihn nur eine Clownsreise liefern kann.

Der erste Eindruck von Indien ist laut. Überall wird gehupt. Autos, Rikschas, Roller – alles bewegt sich gleichzeitig, scheinbar ohne Regeln. Es wirkt wie ein einziges großes Chaos. Und doch: Dieses Chaos lebt. Es ist bunt, voller Menschen, voller Geräusche, voller Geschichten. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Indien empfängt uns mit offenen Armen – und eben auch mit offenem Lautstärkeregler.

2. Juhu, wir leben in Juhu

Unser Stadtviertel heißt Juhu.
Und ja – Clowns, die in Juhu wohnen. Das passt einfach.
Juhu liegt direkt am Strand.
Juhu ist quirlig, lebendig, voller Energie – und irgendwie genau richtig für vier Clowns, die hier gelandet sind. Wir fühlen uns mitten im Geschehen und gleichzeitig herzlich aufgenommen.

3. Proben, Begegnungen und große Aufregung

Heute haben wir im Hof unseres Hotels noch einmal unsere Show geprobt. Zwischen Palmen, Sonne und neugierigen Blicken wurden Gags sortiert, Wege ausprobiert und letzte Feinheiten geschärft. Die Show ist bereit.

Am Abend trafen wir Rupesh den Gründer von Clowns ohne Grenzen in Indien.
Er hat einen großen Teil unserer Auftritte hier organisiert. Gemeinsam saßen wir beim Abendessen, tauschten Geschichten aus, lachten viel und spürten, wie besonders dieses Zusammentreffen war. Es war ein warmes, offenes und sehr herzliches Miteinander. Wir sind Rupesh und den Clowns ohne Grenzen Indien sehr dankbar und gluecklich über diesen Kontakt.

Jetzt wächst die Vorfreude – und die Aufregung.
Denn morgen beginnen unsere ersten beiden Shows in verschiedenen Kindereinrichtungen hier in Mumbai.
Wir sind bereit.
Ein bisschen nervös. Ein bisschen sehr nervös, aber auch sehr gespannt.
Und voller Freude.
Fortsetzung folgt.

Nachtrag: Auf den Weg von Bayern nach Frankfurt ist Tony dem Regisseur Marcus H. Rosenmüller begegnen und er war begeistert und wünschte und alles Gute für die Reise.

📸 Pictures by Clownsteam

Müde Beine, volle Herzen

09.01.2026

Heute ist Tag 3 unserer Clownsreise. Und wir sind sehr, sehr, sehr müde.
Aber mindestens genauso zufrieden und glücklich. Der Tag begann wunderbar – mit einem Frühstück an der frischen Luft.

Für die Zeit hier haben wir ein Auto mit Fahrer. Eine große Erleichterung im indischen Großstadtdschungel – denn ganz ehrlich: Kein Clown sollte hier am Steuer sitzen müssen. Der Verkehr ist unfassbar laut und wirkt völlig chaotisch. Autos, Motorroller, Tuk-Tuks, Busse und Fußgänger bewegen sich gleichzeitig, hupend, drängelnd, scheinbar ohne Pause.

Und doch passiert etwas Erstaunliches: Wie durch ein kleines Wunder passt zwischen zwei Autos immer noch ein Motorroller. Oder ein Tuk-Tuk. Oder beides. Zentimeter werden zu Fahrspuren, Hupen zu Sprache – und alles kommt irgendwie an. Man staunt, hält den Atem an und lernt sehr schnell, Vertrauen zu haben.Heute hatten wir eine großartige Hilfe und Unterstützung: Zeus. Zeus ist ein indischer Schauspieler und wurde uns von Clowns ohne Grenzen Indien vermittelt. Ohne ihn wären wir heute bei vielem aufgeschmissen gewesen – bei der Sprache, beim Orientieren und vor allem dabei, die Menschen und Situationen besser zu verstehen.

Danke, Zeus, dass du uns durch diesen Premierentag begleitet hast. Dann machten wir uns auf den Weg nach Nalasopara, einen eher ländlichen Ort etwas außerhalb von Mumbai. Über die Dauer der Anreise gab es im Vorfeld sehr unterschiedliche Einschätzungen. Einer sagte eine Stunde, ein anderer anderthalb – und Zeus meinte: zwei. Am Ende wurden es drei.

Doch langweilig war diese Fahrt keine Sekunde. Es gab unendlich viel zu sehen: Hochhäuser neben Slums, Kühe mitten auf der Straße, Menschen, die auf der Ladefläche von Transportern mitfuhren, unzählige Szenen des Alltags, die sich wie ein fortlaufender Film an uns vorbeizogen.

Schon nach der Fahrt fühlte ich mich erschlagen von neuen Eindrücken.
Zwischendurch wurde unser Fahrer von der Polizei angehalten. Es folgte eine längere Diskussion, viele Worte, Gesten, ein Hin und Her. Am Ende schien alles geklärt zu sein – und wir konnten weiterfahren. Dann war es endlich so weit: Wir kamen an unserem ersten Auftrittsort an.

Es war die Varatha Life Foundation, eine Einrichtung, in der Waisenkinder, obdachlose Menschen und alte Menschen unter einem Dach zusammenleben.
In der Schule der Einrichtung durften wir uns umziehen. Dort, wo sonst gelernt wird, verwandelten wir uns in Clowns. Auf einer kleinen Bühne spielten wir dann unsere erste Show – vor Kindern, aber auch vor vielen Erwachsenen.
Endlich die Begegnung mit den Kindern. Endlich der Moment, für den wir hier sind.
Es war aufregend. Vieles war noch ein wenig holprig, manches ungewohnt, und wir mussten uns erst aufeinander, den Raum und das Publikum einstellen. Aber im Grunde hat alles gut geklappt.

Am Ende wirkten Kinder und Clowns gleichermaßen zufrieden und glücklich.
Ein erster Auftritt, ein erster Austausch – und ein gutes Gefühl, dass wir angekommen sind. Nach der Premiere blieben wir noch im Clownskostüm und verteilten gemeinsam mit den Mitarbeitenden das Essen für die Kinder – mit roten Nasen, bunten Kostümen und unserem Clownsroller. Eine schräge, aber sehr spaßige AufgabeIm Anschluss führen wir dann zum zweiten Auftritt des Tages. Der Chef der Foundation hat den Kontakt vermittelt. In die Baba Bhaskar Pawar Old Age Home Trust ging es. Ein Altenheim mit einer Farm Obstanbau und Kühe.

Die Alten Menschen die noch fit genug sind können bei der Landwirtschaft helfen und die Einrichtung unterstützen. Die Bewohner kommen aus ganz Indien. Und das Gelände ist wundershön und gepflegt.

Es war ganz anders vor älteren Menschen zu spielen. Für ein älteres Publikum zu spielen, war eine ganz andere Erfahrung. Die Reaktionen waren ruhiger, verhaltener, manchmal sehr still. Und doch war da Aufmerksamkeit, Neugier und immer wieder ein Lächeln. Auch diese Art der Begegnung hat uns viel Freude gemacht.

Wir sind sicher, dass wir das eine oder andere Lächeln hinterlassen zu haben. Auf dem Weg zum zweiten Auftritt gab es noch eine besonders lustige Begebenheit. Unsere Clownkostüme hatten wir diesmal noch nicht an, da das Altenheim nicht weit entfernt lag. Der Leiter der Foundation wollte vorausfahren, um unserem Fahrer den Weg zu zeigen. Er fuhr einen dieser kleinen, lustigen Bullis, wie man sie in Indien oft sieht.
Die Straße war ein Highway. Irgendwann gab es eine Durchfahrt in den Gegenverkehr, weil das Altenheim auf der anderen Straßenseite lag. Und so kam es, dass wir – Toni vorneweg – gute zwei Kilometer als Geisterfahrer im Gegenverkehr unterwegs waren.

In Deutschland hätte es vermutlich sofort eine Verkehrsdurchsage gegeben:
„Achtung auf der A4, Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen – mit einem Clown auf dem Beifahrersitz.“
Der Führerschein wäre weg gewesen, die Geschichte legendär.
Zum Glück gelten in Indien offenbar andere Verkehrsregeln. Alle blieben entspannt, niemand hupte extra laut (also nicht lauter als sonst), und wir kamen heil am Auftrittsort an.

Der letzte Auftritt des Tages fand bei der Child Safe Foundation statt – einem Ort, an dem sich um arme Kinder und Straßenkinder gekümmert wird. Die Kinder haben dort einen Raum mitten im Slum, in dem sie Unterstützung, Schutz und Gemeinschaft finden.
Der Raum ist nur über eine Leiter von der Straße aus erreichbar. Als wir ankamen, waren bereits alle Kinder da – mindestens hundert. Der Raum war sehr klein, dicht gefüllt und voller gespannter Erwartung.

Alle hatten ihre Schuhe ausgezogen, und so beschlossen auch wir, auf Strümpfen zu spielen. Es war erdrückend heiß mit so vielen Menschen auf engem Raum. Und gleichzeitig war es fantastisch. Die Kinder waren sofort dabei. Es wurde gelacht, geklatscht, gejubelt. Die Energie im Raum war überwältigend. Eine intensive, lebendige Show – mit am Ende glücklichen Kindern und mindestens genauso glücklichen Clowns.

Nach diesem letzten Auftritt gingen wir noch gemeinsam mit Zeus essen. Dann fiel langsam die Müdigkeit über uns her. Wir sind sehr müde, sehr platt – und sehr dankbar.
Jetzt freuen wir uns auf den morgigen Tag.
Auf zu neuen Clownsabenteuern.
Fortsetzung folgt. 🤡✨

Schutzräume für Mädchen

10.01.2026

Heute führte uns unsere Reise in den südlichen Teil von Mumbai. Wir spielten in zwei Einrichtungen, die speziell Schutzräume für Mädchen sind – Mädchen, die hier Sicherheit, Unterstützung und neue Perspektiven finden.

Die erste Einrichtung, die wir besuchten, war Aasha Sadan Dadar.Die Einrichtung befindet sich in einem besonderen Gebäude: einem ehemaligen Gefängnis aus der britischen Kolonialzeit. Hier waren einst Aufständische inhaftiert, die gegen die Kolonialherrschaft kämpften. Seit 105 Jahren jedoch ist dieser Ort kein Ort der Strafe mehr, sondern ein Zuhause und Schutzraum für Mädchen.

Hier werden Mädchen vom Säuglingsalter bis zu dem Moment aufgenommen, in dem sie alt genug sind, das Heim zu verlassen. Ein großer Fokus liegt darauf, ihnen eine gute schulische und berufliche Ausbildung zu ermöglichen, bevor sie ihren eigenen Weg gehen.
Kreative Angebote spielen dabei eine wichtige Rolle und unterstützen die Mädchen dabei, Ausdruck, Selbstvertrauen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.Die Mädchen, die hier leben, haben alle schwere Erfahrungen gemacht. Sie haben körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt erlebt. Viele von ihnen werden durch die Polizei oder durch Hilfsorganisationen in diese Einrichtung gebracht.

Hier finden sie Schutz, Stabilität und Begleitung. Und vor allem: eine Perspektive.
Vor dem Heim steht ein auffälliges blaues Gittergestell. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein kleines Bett – tatsächlich handelt es sich um eine Babyklappe. Auch hier werden manchmal Kinder abgelegt, in der Hoffnung, dass sie an diesem Ort Schutz und eine Zukunft finden.

In der Einrichtung leben Mädchen, außerdem auch Jungen bis zum Alter von sechs Jahren. Mit dem Erreichen ihres sechsten Lebensjahres müssen die Jungen das Heim verlassen und werden in anderen Einrichtungen untergebracht.

Unser Auftritt fand in einem relativ großen Raum statt. Und er machte unglaublich viel Spaß. Die Kinder waren sofort dabei, machten begeistert mit, lachten viel und gingen offen in den Kontakt. Wir konnten gut mit ihnen spielen, reagieren und improvisieren. Es entstand eine lebendige, warme Atmosphäre.

Nach der Show hielt die Leiterin des Heims eine kurze Rede. Sie sagte, dass wir – Clowns ohne Grenzen aus Deutschland, aber auch Clowns ohne Grenzen Indien, die diesen Auftritt vermittelt und in dieser Einrichtung bereits mehrere Projekte durchgeführt haben – eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen. Viele der Kinder hätten das Lachen verlernt. Durch solche Begegnungen könnten sie das Lachen wiederfinden. Und das sei etwas sehr Wichtiges im Leben.Diese Worte haben uns tief berührt.Die zweite Einrichtung, die wir an diesem Tag besuchten, hieß Balikshram. Auch hier werden Mädchen mit ähnlichen Lebensgeschichten betreut wie in der ersten Einrichtung. Mädchen, die Schutz, Begleitung und Stabilität brauchen.

In Balikshram leben ausschließlich Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Unser Auftritt fand in einem kleinen Raum statt. Der Raum durfte nur ohne Schuhe betreten werden – also spielten wir auf Strümpfen, ganz nah bei den Mädchen. Der Raum war klein, die Nähe groß. Und genau daraus entstand etwas sehr Intensives. Die Mädchen waren aufmerksam, neugierig und offen. Auch hier wurde gelacht, mitgegangen und ausprobiert. Eine konzentrierte, warme Stimmung, die uns sehr berührt hat. Beide Auftritte an diesem Tag waren für uns ganz besondere Erfahrungen. Die Begegnungen mit den Mädchen in beiden Einrichtungen haben uns tief berührt und uns einmal mehr gezeigt, warum wir hier sind.

Nach beiden Auftritten bekamen wir von den Mädchen kleine, selbstgemachte Geschenke. Kleine Geschenke – aber mit großer Wirkung. Sie begleiteten uns noch lange weiter und machten diesen Tag für uns unvergesslich. Beide Einrichtungen liegen im selben lebhaften und lauten Stadtviertel von Mumbai. Verkehr, Stimmen, Hupen und Bewegung prägen das Straßenbild. Doch sobald man die Höfe der Einrichtungen betritt, verändert sich etwas. Es wird ruhiger. Geschützter. Die Hektik bleibt draußen. Diese Orte sind Inseln der Sicherheit und des Ankommens. Orte, an denen man sich gut aufgehoben fühlt.

Zum Abschluss noch ein Hinweis zu den Fotos:
Es gibt keine Bilder der Mädchen oder der Kinder gemeinsam mit uns Clowns. Aus Gründen des Schutzes und der Privatsphäre dürfen die Kinder nicht fotografiert werden. Wir bitten um Verständnis – und hoffen, dass die Worte ein wenig von dem transportieren können, was wir erleben durften.

Dieser Tag hat uns sehr berührt.
Fortsetzung folgt. 🤍🤡

📸 by Toni und Kalyaan CWB India

Heute ist Sonntag – auch hier in Indien

11.01.2026

Und deshalb hatten wir heute nur einen Auftritt.
Schon früh am Morgen wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und machten uns auf den Weg nach Bhiwandi, etwa 65 Kilometer von Mumbai entfernt. Ein kleiner Sonntagsbonus: Die Straßen waren deutlich leerer als sonst. Das Auto kam gut voran. Fast zu gut. Denn wenn hier etwas passiert, ist es kein kleiner Blechschaden – sondern ein echter Unfall.

Egal wie: Wir kamen heil an. Und auf dem Rückweg war dann auch wieder alles wie gewohnt – inklusive Hupen, Gedränge und Verkehr in allen Varianten.Unser heutiger Auftritt fand im Bhiwandi Remand Home for Boys and Girls statt. Eine Einrichtung für Jugendliche, die bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.

Jungen und Mädchen sind hier streng voneinander getrennt. Für unsere Show durften sie ausnahmsweise gemeinsam zuschauen – allerdings weiterhin klar getrennt: Jungen auf der rechten Seite, Mädchen auf der linken.

Heute Abend sind wir noch zu einer Clownshow von Clowns ohne Grenzen Indien eingeladen. Anschließend soll es eine sogenannte Clownparty geben. Was genau das bedeutet, wissen wir selbst noch nicht. Wir lassen uns überraschen – und berichten morgen.

Beste Grüße
Ratsch, Ritschi, Lali und Boss 🤡✨

Clowns unter Clowns

12.01.2026

Wie versprochen hier ein Bericht über die Clownshow gestern Abend.
Rupesh, der Leiter von Clowns ohne Grenzen Indien, initiiert jedes Jahr ein besonderes Clownprojekt mit Schauspielstudentinnen und -studenten.
Sie reisen aus ganz Indien an, um sich für 21 Tage an einem abgelegenen Ort intensiv vorzubereiten – dem sogenannten Clowncamp. Dort wird gemeinsam gearbeitet, ausprobiert, verworfen und neu erfunden. Anschließend werden die Ergebnisse in sozialen Einrichtungen und Schulen in Mumbai und Umgebung gezeigt.

Die Show gestern Abend bildete den Abschluss dieses Projekts. Sie fand auf einer kleinen Bühne in einer Schauspielschule in Mumbai statt. Und sie war großartig.
Eine unfassbare Energie der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler, ein wahres Feuerwerk an Ideen, Spielfreude und Mut. Wir haben viel gelacht – und waren sehr beeindruckt.

Eine Sache hat uns dabei besonders fasziniert:
Auf der Straße, in Läden oder Einrichtungen sieht man Menschen aus Indien und spürt zunächst das Fremde. Doch auf der Bühne passiert etwas anderes. Die Clowns werden vertraut. Gleich. Hautfarbe, Sprache, Herkunft – all das tritt in den Hintergrund. Emotionen übertragen sich ohne Worte. Lachen funktioniert international. Auch das Theater fühlt sich plötzlich ganz nah und bekannt an.

Danke an Clowns ohne Grenzen Indien für diesen wunderbaren Abend und für das Lachen, das ihr uns geschenkt habt.

Für die angekündigte Clownparty waren wir anschließend allerdings zu müde. Jetlag, Hitze und die vielen intensiven Eindrücke der letzten Tage forderten ihren Tribut.
Heute gibt es keinen weiteren Bericht. Uns liegen drei Shows im Norden von Mumbai bevor, und wir werden erst spät am Abend zurückkehren.
Fortsetzung folgt.

📸 Pictures by Toni Toss #clownsohnegrenzen

4ter Spieltag in Mumbai

13.01.2026

Heute führte uns unser Weg in den nördlichen Teil von Mumbai. Wir fuhren in ein Viertel mit vielen Hochhäusern – auf den ersten Blick wirkt es wie ein extremer sozialer Brennpunkt. Und doch scheint es hier geordneter zu sein als in einem Slum. Es ist offenbar ein wichtiges Pendlergebiet mit Zuganschluss in die Stadt.
Wir kamen an einem Park-and-Ride-Parkplatz vorbei. Gefühlt standen dort eine Million Roller und Motorräder. Und trotz der Menge war es erstaunlich ruhig. Fast idyllisch. Viel Grün, eine gewisse Gelassenheit – ein Kontrast zu dem, was man sonst von Mumbai kennt.

Unsere drei Auftritte hatten wir in Einrichtungen der Sahara Foundation: Im Sahara Foundation Mahima Boys Hostel, im Sahara Foundation Aanandalay Girls Hostel und später noch in der Sahra Foundation Krupalay minor Hostel for Children.

Eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche deren Eltern im Rotlicht Milieu arbeiten. Die ersten beiden Einrichtungen liegen in getrennten Hochhäusern – hoch über der Stadt.

Auf dem Weg zum zweiten Auftritt gab es dann einen kleinen Schreckmoment:
Wir blieben im Aufzug stecken. Im Clownskostüm. Mit all unseren Requisiten. Offenbar hatte der Aufzug einfach zu viele Clowns auf einmal zu verkraften.
Nach kurzer Zeit wurden wir jedoch vom Mitarbeiterteam befreit – Erleichterung auf allen Seiten. Beide Auftritte fanden in kleinen Räumen statt. Die Nähe war groß, der Kontakt unmittelbar.
Die Kinder und wir hatten viel Spaß miteinander, es entstand schnell eine Verbindung, und das gemeinsame Spiel funktionierte wunderbar. Besonders berührend bei diesen beiden Auftritten waren nicht nur die Reaktionen der Kinder, sondern auch die Worte der Mitarbeitenden im Anschluss.

Beim ersten Auftritt, im Jungenheim, war der Leiter der Einrichtung anwesend. Am Ende unserer Shows fragen wir immer: Wer ist hier eigentlich der Chef oder der Boss? Dann bitten wir diese Person nach vorne und überreichen ein kleines Geschenk – eine Postkarte, einen Flyer und eine rote Clownsnase. Dazu sagen wir: Vier Clowns müssen leider wieder gehen, aber ein Clown bleibt für immer bei euch.

Als wir also fragten, wer der Chef sei, zeigte der Leiter der Einrichtung auf die Kinder und sagte: Das sind die Chefs.
Dieser Moment war einfach schön.

In der zweiten Einrichtung war es eine junge Frau, die gerade ein Praktikum dort macht – und die selbst in dieser Einrichtung aufgewachsen ist. Sie sagte, wie besonders es für sie sei zu sehen, dass die Kinder durch unsere Show ihr verlorenes Lächeln wiederfinden. Das sei ein sehr kostbarer Moment, den sie sehr genieße. Auch das hat uns bewegt.

Als wir nach dem zweiten Auftritt noch in unserer Clownsmontur aus dem Hochhaus traten, standen dort viele Kinder aus den umliegenden Häusern. Spontan kamen wir mit ihnen in Kontakt – und ebenso spontan entstand ein kurzer, aber sehr schöner Clownsauftritt direkt im Hinterhof.

Ohne Bühne, ohne Vorbereitung. Einfach so. Die Kinder waren fasziniert von dem, was plötzlich vor ihnen geschah: Clowns mitten in ihrem Alltag. Ein lustiger, berührender Moment, der uns sehr naheging.

Es war inzwischen schon recht spät geworden. Durch den Stau und die kleine Aufzugsgeschichte hatte sich der Tag nach hinten verschoben. Trotzdem stand noch ein letzter Auftritt an – im Heim derselben Einrichtung, in dem die jüngeren Kinder leben. Sie hatten bereits auf uns gewartet.

In einem kleinen Raum spielten wir für sie eine Art Gute-Nacht-Show. Ruhiger, näher, sehr liebevoll. Auch dieser Auftritt machte uns große Freude.
Ein toller Tag. Tolle Einrichtungen. Viele besondere Begegnungen. Anschließend fuhren wir zurück. Es war spät. Wir aßen noch etwas, ließen den Tag Revue passieren – und fielen schließlich glücklich und müde ins Bett. Und träumten von all dem, was wir erlebt hatten.

Heute geht es direkt weiter.
Wir freuen uns auf neue Clownsabenteuer.
Fortsetzung folgt.

Letzter Spieltag in Mumbai

14.01.2026

Der gestrige Spieltag führte uns nach Deonar.
Unser erster Auftritt fand im Government Navjeevan Women’s Hostel statt. In dieser Einrichtung leben für einige Monate junge Frauen aus anderen Ländern, zum Beispiel aus Nepal, Bangladesch oder Thailand. Sie wurden nach Indien verschleppt, um als Prostituierte zu arbeiten. Hier finden sie Schutz, Stabilität. Außerdem lernen sie Nähen und andere handwerkliche Fähigkeiten, um sich eine neue Perspektive aufzubauen.
Nach unserem Auftritt hatten wir das Gefühl, dass wir vielleicht in Mumbai bleiben sollten – denn haben wir neue Jobs in einer Näherei gefunden 😉.

Der zweite Auftritt des Tages führte uns ins Deonar Special Center for Girls. Hier leben Mädchen aus Indien, die körperliche, psychische und sexuelle Gewalt erlebt haben.
Beide Auftritte sind gut gelaufen und haben uns viel Freude gemacht – trotz der schweren Hintergründe der Orte. Oder vielleicht gerade deshalb.

Dieser Tag war zugleich unser letzter Auftrittstag in Mumbai.

Gleich geht es für uns weiter nach Vada, etwa 120 Kilometer nördlich von Mumbai. Dort leben indigene Gemeinschaften. Viel mehr wissen wir noch nicht – und genau das macht uns neugierig.

Ein neues Abenteuer wartet.
Fortsetzung folgt.

Zwischenstopp, Tanz und Dschungelcamp

15.01.2026

Heute haben wir uns auf den Weg nach Vada gemacht.
Unterwegs legten wir einen Zwischenstopp in Boisar ein – und spielten dort einen Auftritt in einer Einrichtung der Rescue Foundation.
In diesem Heim leben Mädchen und junge Frauen, die aus der Prostitution befreit wurden. Viele von ihnen wurden von ihren eigenen Familien verkauft und verschleppt. Hier finden sie Schutz, Begleitung und neue Perspektiven.
Arne hatte bereits seit Monaten Kontakt zur Bono Direkthilfe, einer Stiftung aus Deutschland, die unter anderem diese Einrichtung unterstützt.
Das Heim ist wunderschön gelegen, ruhig und grün. Die Mädchen werden hier großartig gefördert und begleitet. Wir wurden unfassbar herzlich empfangen – und erst einmal bekocht. Sehr, sehr lecker.

Anschließend spielten wir unsere Show. Auch dieser Auftritt machte auf beiden Seiten viel Freude. Zum Abschluss überraschten uns die Mädchen mit einem traditionellen Tanz aus der Region – unglaublich gekonnt und voller Energie. Die Heimleiterin erzählte uns, dass sie mit diesem Tanz bei einem Wettbewerb den ersten Preis gewonnen hatten. Es war wirklich beeindruckend.
Zum Abschied bekamen wir noch ein kleines Geschenk und viele warme, wertschätzende Worte. Es war uns ein großes Vergnügen, in der Rescue Foundation Boisar zu spielen.

Danach fuhren wir weiter nach Vada. Die Landschaft veränderte sich spürbar. Es wurde immer ländlicher. Links und rechts Dschungel. Vada liegt mitten im Nirgendwo. Wunderschön.
Und statt dem Hupen von Autos, Rollern und Tuk-Tuks hören wir hier das Zirpen der Grillen. In den nächsten Tagen erzählen wir euch mehr – direkt aus unserem ganz persönlichen Dschungelcamp 😉🤡
Fortsetzung folgt.

Clowns auf dem Schulhof

16.01.2026

Heute hatten wir zwei Auftritte in zwei verschiedenen Schulen in Wada. Beides waren kleine Dorfschulen für Kinder im Grundschulalter.
In Deutschland beginnt die Schule meist mit sechs Jahren. In den großen Städten Indiens gehen viele Kinder vorher in die Vorschule oder in den Kindergarten – auf dem Land ist das eher nicht der Fall. Hier kommen die Kinder direkt in die Schule.
Alle tragen Schuluniformen, und wir spielten unsere Shows auf den Schulhöfen der Schulen. In der ersten Schule saßen Jungen und Mädchen streng getrennt voneinander, in der zweiten Schule durften sie gemischt sitzen.

Die Menschen hier in Wada sprechen kein Hindi, sondern Marathi, und im Gegensatz zu Mumbai konnten nur wenige Kinder Englisch sprechen. Umso schöner war es zu erleben, wie gut Clowns auch ohne gesprochene Sprache kommunizieren können. Blicke, Gesten, Pausen und natürlich das Lachen – all das funktioniert überall.

Die Kinder waren in beiden Schulen zunächst etwas zurückhaltend. Still, aber auch aufmerksam und neugierig. Und sie schienen die Show zu mögen und das beruhte natürlich auf Gegenseitigkeit. 😉 Die Schulen wirkten auf den ersten Blick ein wenig altmodisch, fast retro. Und gleichzeitig überraschend modern. Die Lehrerinnen und Lehrer nutzen selbstverständlich ihre Smartphones.
In der zweiten Schule zogen wir uns in einem Klassenraum um, in dem ein Bildschirm hing, auf dem per Kamera alle Bereiche der Schule zu sehen waren.

In Deutschland wäre das aus datenschutzrechtlichen Gründen undenkbar und auch technisch würde es vielleicht schon wieder am W-LAN scheitern 😉

Zwei Schulen, zwei Schulhöfe, viele lachende Kinderaugen.
Ein guter Tag.
Fortsetzung folgt. 🤡✨

Schulalltag mit Clowns

17.01.2026

Heute ging es nahtlos hier in Wada weiter. Wie schon gestern hatten wir zwei Auftritte an zwei Schulen im Umkreis. Fast wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ – nur dass es hier eine wunderschöne Routine ist, die gerne noch eine ganze Weile so weitergehen darf.

Als wir an der ersten Schule ankamen, hatte gerade der Unterrichtstag begonnen. Alle Kinder waren auf dem Schulhof versammelt und sangen zunächst die indische Nationalhymne. Danach folgte ein Mantra oder Gebet. Anschließend setzten sich die Kinder mit Abstand zueinander, Jungen und Mädchen getrennt, und warteten ruhig auf unseren Auftritt.
Es war eine tolle Show. Die Kinder waren voll dabei, lachten viel, und ihre Augen strahlten. Nach dem Auftritt wurden zahlreiche Fotos mit den Kindern sowie den Lehrerinnen und Lehrern gemacht, und auf dem Schulhof wurde noch ein wenig gemeinsam Quatsch gemacht.

Danach wurden wir ins Lehrerzimmer eingeladen – auf ein Glas kalte Cola. Interessanterweise ist das Lehrerzimmer hier in einem Klassenraum untergebracht. Während wir uns mit dem Kollegium unterhielten, saßen die Kinder ganz selbstverständlich weiter auf ihren Plätzen.
An dieser Schule gibt es zehn Lehrerinnen und Lehrer und zehn Klassen.
Was uns an allen Schulen hier auffällt: Den Kindern wird viel Wertschätzung entgegengebracht. Die Klassenräume sind einfach, aber liebevoll und sehr farbenfroh gestaltet.

Nach einer Mittagspause ging es weiter zur zweiten Schule. Dieser Auftritt fand nicht direkt auf dem Schulgelände statt, sondern in der benachbarten Stadthalle von Wada – oder genauer gesagt: anzunehmenderweise in einer der Stadthallen. Auch hier saßen Jungen und Mädchen getrennt voneinander und hatten sichtbar viel Spaß an unserer Clownshow. Und das beruhte ganz eindeutig auf Gegenseitigkeit.

Besonders berührend waren die vielen Zaungäste. Straßenkinder hatten uns entdeckt und schauten neugierig durch Türen und Fenster hinein. Eine der Lehrerinnen öffnete schließlich einen Teil der Türen und ließ einige der Kinder herein.
Eine kleine Geste – mit großer Wirkung.

Morgen geht es weiter in den Schulen. In Indien haben die Kinder von Montag bis Samstag Unterricht. Vier Clowns haben also noch lange kein Schulfrei – und wir sind sehr glücklich darüber.

Zum Schluss noch ein kleines Highlight: Toni war heute Morgen künstlerisch tätig und hat eine Clownschlange in einen Baum gehängt. Übrigens – zum Glück die einzige Schlange, die wir bisher gesehen haben.

Fortsetzung folgt. 🤡

Unterwegs zwischen Feldwegen und Schulhöfen

18.01.2026

Heute ging es weiter – natürlich wieder mit zwei Schulen hier in Wada 😊
Wie ich gestern schon erzählt habe, gehen die Kinder hier auch am Samstag zur Schule. Allerdings nur bis 11 Uhr. Das bedeutete für uns: früh losfahren.
Diesmal fuhren wir querfeldein über kleinste Wege, an Reisfeldern vorbei, mitten durch die Landschaft rund um Wada. Was für ein Glück, dass wir unseren eigenen Fahrer haben. Er kommt aus der Gegend und kennt sich bestens aus. Mit Google Maps wären wir hier nicht weit gekommen 🙂

In Deutschland fahren so viele Menschen SUVs und fette Geländewagen – hier, wo man sie wirklich brauchen könnte, fahren ganz normale Autos. Und trotzdem funktioniert alles. Indien und seine Bewohner faszinieren uns immer wieder.

Irgendwann, irgendwo im Nirgendwo, stiegen wir aus. Direkt neben der Schule lag ein Haus, davor saß eine Familie aus der indigenen Gemeinschaft. Sie schaute uns an, als wäre gerade ein UFO in ihrem Vorgarten gelandet – und vier kleine grüne Männchen ausgestiegen. Genau so fühlte es sich an. Und für diese Familie war es vermutlich auch genau so eine Situation.

Dann standen wir vor der Schule. Niemand da. Kein Kind, kein Lehrer. Wir dachten schon, wir wären an der falschen Schule gelandet. Irgendwann kam ein Junge, schloss die Schule auf, und nach und nach versammelten sich ein paar Kinder. Sie schauten uns neugierig, aber auch ein wenig argwöhnisch an. Doch von Lehrkräften war weit und breit nichts zu sehen.
Wir warteten. Und warteten. Und während wir dort standen, dachten wir kurz daran, was wohl passieren würde, wenn in Deutschland eine Gruppe Kinder ohne Aufsicht auf dem Schulhof stünde. Ein unfassbares Chaos würde entstehen – das muss ich sicher nicht näher beschreiben. Hier war es anders.
Die Kinder blieben ruhig. Sie warteten einfach. Sie beobachteten uns, schauten, was passierte – oder eben nicht passierte. Kurz dachten wir schon, es handele sich vielleicht um eine autonome Schule ohne Lehrer. Eine Schule, die nur von Kindern geführt wird 😉.

Schließlich entschieden wir, dass es zu lange dauern würde. Da an beiden Schulen der Unterricht nur bis 11 Uhr ging, telefonierte Rashif, unser Guide, mit der zweiten Schule. Wir verlegten den Auftritt nach vorne und wollten danach zur ersten Schule zurückkehren.
Gesagt, getan. An der zweiten Schule warteten viele, viele Kinder – etwa zweihundert. Wieder saßen Jungen und Mädchen getrennt voneinander. Dieses Mal konnten wir auf einer Bühne spielen. Der Auftritt war ganz wunderbar: lebendig, voller Energie und mit viel Freude auf beiden Seiten.

Nach der Show blieben wir diesmal nicht lange, sondern stiegen direkt – noch im Clownskostüm und mit all unseren Sachen – wieder ins Auto und fuhren zurück zur ersten Schule. Dort warteten die Kinder inzwischen auf uns.

Es gab keine Umkleide, kein Ankommen, kein Vorbereiten. Wir stiegen aus dem Auto – und starteten direkt die Show. Auch dieser Auftritt war sehr schön und hat allen viel Spaß gemacht.
Danach fuhren wir wieder über die Feldwege zurück. Die Landschaft: wunderschön.
Wir merken immer mehr:
Wir haben in Wada eine wirklich wunderbare Zeit.

Fortsetzung folgt. 🤡✨

Wenn das Dorf zur Bühne wird

19.01.2026

Heute war Sonntag – und deshalb waren auch hier in Indien alle Schulen geschlossen. Es wurde versucht, einen Auftritt in einem Kinderheim zu organisieren, doch aus irgendeinem Grund wurde keine Genehmigung erteilt. Und so standen wir da: spielbereit, aber ohne Spielort.

Guter Rat war teuer.Bis unser Fahrer, der aus der Gegend hier stammt, eine erlösende Idee hatte: Warum nicht einfach in seinem Dorf spielen?
Gesagt, getan. Er mobilisierte die Kinder und Familien, und wir machten uns am Morgen in unserem Gästehaus fertig, zogen uns um, schminkten uns – und fuhren direkt zum Auftrittsort.
Dort warteten bereits viele Kinder, auch sehr kleine. Wir spielten mitten im Dorf – direkt für die Menschen. Immer wieder blieben Leute stehen, kamen vorbei, schauten neugierig zu. Viel Laufkundschaft, viel Leben. Und es machte sehr viel Spaß, hier zu spielen.

Nach dem Auftritt gingen wir noch ein Stück zu Fuß weiter – natürlich im Clownskostüm – und ließen uns erst später vom Auto „einsammeln“. Auf dem Weg sahen wir viele Ziegeleien. Frauen trugen bis zu zwanzig Ziegelsteine auf dem Kopf und balancierten sie scheinbar mühelos.

Auffällig ist, dass hier fast immer die Frauen die schweren Lasten tragen, während Männer deutlich weniger zu sehen sind. Das Thema Mann und Frau ist hier allgegenwärtig. Ich merke das auch in den Shows.

Gerade die Mädchen schließen mich sehr ins Herz. Sie schauen mich an, bewundern mich. Das fühlt sich sehr schön an – und ich freue mich darüber, hier gerade für die Mädchen etwas tun zu können. Diese Rolle bedeutet mir viel.

Ein Sonntag ohne Schule.
Und trotzdem ein Tag voller Spiel, Begegnung und Sinn. Das war unser letzter Auftrittstag hier in Wada. Schade. Es war eine tolle Zeit hier.
Morgen machen wir uns auf den Weg nach Purne – eine lange Fahrt liegt vor uns. Aber unser Abenteuer geht weiter.

Fortsetzung folgt. 🤡✨

Von Wada nach Pune und bei den Shows vertraute Momente

20.01.2026

Gestern verließen wir Wada und machten uns auf den Weg nach Pune.
250 Kilometer – und doch brauchten wir ganze acht Stunden. In Indien ist das völlig normal. Und das, obwohl wir teilweise über gut ausgebaute Highways gefahren sind. Zunächst fuhren wir noch ein Stück durch Wada und die umliegenden Dörfer.

Das Leben ist einfach hier, vieles wirkt auf den ersten Blick sehr arm. Wir haben auf der Fahrt viel darüber gesprochen, wie Armut eigentlich definiert wird. Und je länger wir hinschauten, desto mehr hatten wir das Gefühl: Diese Menschen empfinden sich selbst nicht als arm. Sie haben das, was sie zum Leben brauchen. Und der Inder an sich nimmt das Leben – und auch das Schicksal – oft so an, wie es ist.

Eigentlich ein bisschen wie das rheinische Grundgesetz:
Et is wie et is. Et kütt wie et kütt. Un et hätt noch immer joot jejange. Kurz vor Pune wurde dann sehr deutlich, wie stark Indien wächst. Wir fuhren durch riesige Vororte mit Hochhäusern, in denen unfassbar viele Menschen wohnen. Die Gebäude wirkten gut in Schuss, und überall wurde gebaut. Viel Bewegung, viel Entwicklung.

Irgendwann kamen wir in Pune an. Kurz davor hatte Rashid, unser Begleiter, noch einen kleinen Lachflash, als er hörte, in welchem Viertel unser Hotel liegt: Mitten im Rotlichtviertel. Davon haben wir bislang allerdings überhaupt nichts gemerkt. Das Hotel ist ganz wunderbar – und ein guter Ort zum Ankommen nach dieser langen Fahrt.

Am Abend machten wir noch einen Spaziergang durch Pune. Die Stadt fühlt sich ganz anders an als Mumbai. Pune ist eine Studentenstadt – hier leben viele junge Menschen, und das spiegelt sich im Stadtbild wider. Lebendig, bunt – das Hupen ist allerdings das gleiche, und das Überqueren der Straße bleibt auch hier ein todesmutiges Abenteuer.

Überall in der Stadt – das hatten wir auch schon in Wada gesehen – stehen kleine hinduistische Tempel oder Gedenkstätten. Mitten auf großen, lauten Straßen tauchen diese Orte plötzlich auf. Und kaum betritt man sie, wird es ruhig.

Mitten im Trubel entsteht ein Raum der Stille. Das ist wirklich etwas Besonderes. Die hinduistische Götterwelt ist vielfältig, bunt und allgegenwärtig. Am Abend besuchten wir einen Tempel, in dem der starke Gott Hanuman verehrt wird. Dort bekamen wir von einem Priester geweihte Bananen geschenkt. Eine kleine Geste – und doch ein sehr berührender Moment. Der Glaube ist hier kein extra Ort, sondern Teil des Alltags, mitten im Leben.

Heute ging es dann zum Glück endlich wieder weiter mit dem, weswegen wir auf dieser Clownsreise sind: Spielen. Auf dem Programm standen gleich drei Shows hier in Pune. Zwei davon fanden an einer Privatschule statt – der NEMS School Pune. Der Kontakt war schon vor langer Zeit entstanden, vermittelt von Arne über die deutsch-indische Gesellschaft.

Die Schule liegt auf einem wunderschönen Gelände, in einem alten Gebäude mit viel Atmosphäre. Da hier sehr viele Kinder unterrichtet werden, läuft der Schulbetrieb in zwei Schichten. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern – Jungen und Mädchen gemischt – kommt am Vormittag, die andere am Nachmittag.

So spielten wir unsere erste Show um 10 Uhr und die zweite um 14 Uhr. Zwischen den beiden Auftritten wurde uns das gesamte Schulgelände gezeigt, inklusive des Kindergartens. Wir bekamen Einblicke in den Schulalltag – und sehr, sehr gutes Essen. Doch zuerst zu den Shows.

Es fühlte sich fast wie ein kleines Wunder an. Die Kinder reagierten so, wie wir es von Kindern aus Deutschland kennen: Lebendig, mit Zwischenrufen, viel Bewegung und direkter Beteiligung. Sehr vertraut. Sehr gewohnt 😉.An dieser Schule wird Kreativität großgeschrieben. Es gibt Computerräume, einen Kunstraum, die Kinder tanzen und arbeiten an vielen Projekten. Gleichzeitig ist es wichtig zu sagen: Es handelt sich um eine Privatschule, die Eltern bezahlen für den Schulbesuch. Alle Kinder lernen hier Englisch, viele von ihnen zusätzlich auch Deutsch.

Uns wurde erzählt, dass in indischen Schulklassen oft bis zu 60 Kinder gemeinsam unterrichtet werden.
Und trotzdem sitzen sie ruhig da, hören zu und lernen – alle. Für deutsche Verhältnisse nicht vorstellbar. Die dritte Show des Tages fand in einer weiteren Schule statt, die direkt gegenüberliegt: der Deccan Education Society’s New English School Ramanbaug – eine Privatschule nur für Jungen. Dort spielten wir in einem Schultheater, einem wunderbaren Theatersaal. Auch hier reagierten die Jungen genauso lebendig und vertraut wie bei den beiden vorherigen Shows. So schön 😊. Nach diesem Auftritt bekamen wir auch hier wieder Geschenke und etwas zu essen. Überhaupt ist es immer wieder beeindruckend, wie herzlich und gastfreundlich wir empfangen werden. Die Offenheit und Freundlichkeit, mit der uns die Menschen hier begegnen, ist eine ganz besondere Erfahrung.

Drei Shows liegen hinter uns – und morgen geht es schon weiter. Zwei weitere Auftritte warten hier in Pune.

Wir sind gespannt, neugierig und ziemlich sicher: Langweilig wird es nicht.

Fortsetzung folgt. 🤡✨

I finally smile for me again

21.01.2026

Heute hatten wir zwei Auftritte.
Der erste führte uns in einen Vorort von Pune, in eine Grundschule. Obwohl der Auftritt erst für den Vormittag geplant war, mussten wir sehr früh losfahren. Der Grund: In Pune findet gerade die Pune Tour statt – ein internationales Radrennen. Die heutige Etappe verlief genau auf unserem Weg zum Auftrittsort.

Auf der Hinfahrt kamen wir noch ganz gut durch. Auffallend war, wie viel Mühe man sich für dieses Ereignis gegeben hatte: Entlang der Strecke waren Mauern bemalt und gestaltet. Das sah wirklich toll aus. Wir waren viel zu früh vor Ort und fanden in der Nähe eine Art Imbiss mit Café-Angebot, wo wir warteten und erst einmal einen Kaffee tranken. Fast hätten wir dort einen Clown verloren: Direkt neben der Kaffeebude stand ein echter Pizzaofen. Für Daniele, unseren Italiener im Team, natürlich eine ernste Versuchung. Wir konnten ihn aber überreden, die Reise doch noch gemeinsam mit uns zu Ende zu bringen.

Dann fuhren wir weiter zur Schule. Den Auftritt hatte Arne bereits in Deutschland organisiert, diesmal über das Goethe-Institut. Als wir ankamen, wurden wir sofort sehr herzlich in Empfang genommen. Das Eingangstor war allerdings so niedrig, dass Toni beinahe nicht darunter gepasst hätte. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als müssten wir einen Clown zurücklassen – aber zu unserer großen Erleichterung hat er es dann doch geschafft 😉.

Der Empfang war unglaublich warm. Viele der Mädchen waren festlich und sehr edel gekleidet – offensichtlich extra für uns. Ein sehr berührender Moment. Die Schule und die Kinder hatten außerdem etwas ganz Besonderes vorbereitet: Auf dem Schulhof hatten sie ein großes Sandbild gestaltet – einen riesigen Clown, extra für uns und unseren Auftritt. So liebevoll und schön, dass es kaum in Worte zu fassen ist.

Dann spielten wir unsere Show. Und auch dieser Auftritt machte einfach nur Freude – auf allen Seiten: Bei den Kindern, bei uns Clowns und auch beim Lehrerteam. Zum Abschluss bekamen wir einen Schal als Geschenk, und es wurden viele Fotos gemacht. Ein wunderbarer Start in diesen Tag.

Danach machten wir uns auf den Weg zum zweiten Auftrittsort. Dieses Mal gerieten wir mitten in einen massiven Stau – vielleicht eine Folge des Radrennens, vielleicht auch einfach der ganz normale indische Verkehrswahnsinn. Indien eben. Für gerade einmal sieben Kilometer brauchten wir fast zwei Stunden.Der zweite Auftritt fand in der Rescue Foundation Pune statt. In einer anderen Zweigstelle dieser Organisation hatten wir bereits in der vergangenen Woche gespielt. In dieser Einrichtung leben Mädchen, die aus der Prostitution befreit wurden. Viele von ihnen kommen aus Bangladesch. Hier finden sie Schutz, Halt und Begleitung.

Die Arbeit der Rescue Foundation ist beeindruckend – zutiefst menschlich und von großer Bedeutung. Wir spielten unsere Show für die Mädchen. Natürlich waren die Reaktionen anders als bei nicht traumatisierten Menschen. Und doch wurde gelacht – sogar viel gelacht. Humor und Lachen können wirklich helfen. Das zu erleben, ist unfassbar schön.

An einer Wand hing ein Satz:
„I finally smile for me again.“

Dieser Satz hat mich sehr berührt. Und er fühlte sich an diesem Tag genau richtig an – als würde er alles zusammenfassen. Auch dieser Auftritt war eine wunderbare Begegnung.

Und auch hier hatte eine Künstlerin – vermutlich eine Kunsttherapeutin – ein wunderschönes Sandbild extra für uns gestaltet. Einfach nur schön und berührend.

Heute Abend sind wir noch bei Savita Kleknef, der Schulleiterin der gestrigen Privatschule, zum Essen eingeladen. Das wird sicher ein schöner, persönlicher Abschluss dieses Tages. Morgen verlassen wir Pune bereits wieder und machen uns auf den Rückweg nach Mumbai. Auf halber Strecke wartet noch unser letzter Auftritt auf uns.

Langsam wird spürbar:
Diese Reise neigt sich dem Ende zu.

Fortsetzung folgt. 🤡✨

Anders als gedacht

22.01.2026

Entschuldigt bitte, dass es gestern keinen Bericht von uns gab. Uns geht es gut, aber es war ein intensiver und anstrengender Tag, und wir waren lange unterwegs. Außerhalb unserer Hotels sind wir hier in Indien komplett offline. Eine interessante Erfahrung – und irgendwie auch ein kleiner Teil dieses Abenteuers.
Das Wichtigste zuerst – und das hat uns ziemlich geschockt und auch ein wenig traurig gemacht:
Unser letzter geplanter Auftritt, der von Clowns ohne Grenzen Indien organisiert worden war, wurde kurzfristig abgesagt. Die Gründe dafür sind uns nicht wirklich erklärt worden und daher auch nicht nachvollziehbar. So gerne hätten wir diesen letzten Auftritt gehabt – unsere Dernière –, um bewusst Abschied zu nehmen von dieser abenteuerlichen, intensiven Reise. Stattdessen kam das Ende dann doch sehr plötzlich.

Tröstlicherweise war unser letzter Auftritt damit in der Rescue Foundation – einer der besonders schönen und berührenden Auftritte dieser Reise. Ein Auftritt vor Menschen, die es schwer haben und denen wir helfen konnten, ein wenig zu lachen.

Und genau das war ja unsere Mission auf dieser Reise. Gestern sind wir sehr früh aufgestanden. Rashid, unser Begleiter und ein gläubiger Hindu, hatte uns eingeladen, ihn in einen Tempel zu begleiten. Es war ein besonderer Tag: Ganesha, der Elefantengott, hatte Geburtstag, und in einem Tempel in Pune fand zu diesem Anlass ein großes Fest statt. Es war ein unfassbares Erlebnis. Der gesamte Tempel war mit einem riesigen Blumenteppich geschmückt – ein Kunstwerk aus Farben und Formen. Uns wurde erzählt, dass 20 bis 30 Menschen diesen Teppich innerhalb nur eines einzigen Tages gestaltet hatten. Es war do wunderschön. Es war ein einziges Gedränge. Der Duft von Räucherstäbchen lag schwer in der Luft. Opfergaben wurden verteilt, Stimmen mischten sich mit Gesängen, Predigten und Musik. Es war laut, sehr laut, aber auch sehr intensiv und ein tolles Erlebnis, dabei sein zu dürfen.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zurück nach Mumbai. Und auch wenn die Distanz – zumindest nach deutschen Maßstäben – gar nicht so groß war, dauerte die Fahrt gefühlt ewig. Indien und sein Verkehr lassen sich eigentlich nicht beschreiben – man muss ihn erleben.

Fakt ist: Ich werde mich nach dieser Reise wohl nie wieder über den Verkehr in Deutschland aufregen. Oder sagen wir zumindest nicht in den ersten drei Tagen nach unserer Rückkehr😉

Den Abend verbrachten wir dann alle zusammen. Wir begannen, erste Resümees über diese wunderbare Reise zu ziehen, erzählten uns gegenseitig von unseren Erlebnissen und tauschten Gedanken und Gefühle aus. Es war ein sehr schöner, intensiver Abend – voller Nähe, Reflexion und gemeinsamer Erinnerung.
Es gab Gespräche zu führen, Dinge zu ordnen, Abrechnungen zu machen – all das, was am Ende einer solchen Reise dazugehört.

Am Nachmittag war noch Zeit ein bisschen durch Mumbai zu ziehen. Wir waren auch in Dharavi, dem größten Slum der Welt. Ein Ort, der herausfordert, der bewegt und der viele Bilder im Kopf verändert. Dharavi ist laut, dicht, voller Menschen. Hier leben schätzungsweise rund eine Million Menschen. Gleichzeitig ist Dharavi ein enorm produktiver Ort: In unzähligen kleinen Betrieben und Werkstätten wird hier ein großer Teil des wirtschaftlichen Umsatzes von Mumbai erwirtschaftet. Auch hier sehen sich die Menschen nicht als arm an. Und wie definiert sich Armut eigentlich?

Der Besuch in Dharavi hat vieles von dem noch einmal gespiegelt, was uns auf dieser Reise immer wieder begegnet ist.

Viele Kinder sind uns hinterhergerannt, und irgendwie scheinen auch Clowns in Zivil wie ein Magnet auf Kinder überall auf dieser Welt zu wirken. Ein schöner und passender Schlusspunkt dieser Reise.

Morgen geht es dann zurück nach Deutschland. Wir freuen uns, nach Hause zu kommen, werden Indien und die vielen Begegnungegn dieser Reise aber immer in unseren Herzen tragen. Ein letzter Bericht wird noch folgen. Daher zum letzten Mal. Fortsetzung folgt🤡⭐

Nach Hause kommen...

25.01.2026

Gestern sind wir wieder in Deutschland angekommen. Alle Clowns sind heil gelandet – und inzwischen auch wieder jeweils bei sich zu Hause.

Die Koffer stehen noch halb ausgepackt herum, die roten Nasen liegen daneben, und langsam beginnt zu sinken, dass diese Reise nun wirklich zu Ende ist.

In den vergangenen Wochen hatten wir 24 Auftritte und durften vor mindestens 2.300 Menschen spielen und sie zum Lächeln bringen. So viele Begegnungen und Erlebnisse – das muss jetzt erst einmal sacken und verarbeitet werden.

Und genau das ist vermutlich die nächste große Aufgabe: all diese Eindrücke, Geschichten und Momente zu sortieren. Das neue Abenteuer heißt also erst einmal: Nachwirken lassen.

Wir sind sehr dankbar, diese Reise mit Clowns ohne Grenzen Deutschland erlebt haben zu dürfen. Für das Vertrauen, die Unterstützung und die Möglichkeit, mit Clownsnasen dort zu sein, wo Lachen manchmal besonders gebraucht wird.

Ein großartiger Verein mit einer starken Idee und viel Herz. Jetzt sind wir wieder hier. Zurück im Alltag.
Müde – aber erfüllt.
Nachdenklich – und sehr dankbar.
Mit vielen Erinnerungen, die bleiben werden.

Diese Reise ist zu Ende, aber das Lachen, die Begegnungen und Indien bleiben in unseren Herzen. 🤡❤️

Gepostet am

09.01.2026