One two three – very good – flooop! – Zirkuskünste mit syrischen Flüchtlingskindern

26.Oktober 2015
Ein paar Flugschleifen über dem Schwarzen Meer haben uns einen ersten Eindruck von türkischem Land verschafft. Gerade, als die Sonne unter ging, stand die Landung in Istanbul an. Aus dem Flugzeug ausgestiegen wurden wir gleich von einem Flughafenmitarbeiter im Eilschritt zum Connecting Flight getrieben. Wir waren ganz überrascht, dass wir uns so sputen mussten, also zum Glück war der Herr da. Und als wir glücklich zum Bus kamen, war Andi im Bus und hatte sich schon besorgt nach uns erkundigt!! Aber alles gut, jetzt waren Milly, Andi und ich als Team komplett und es ging wieder in die Luft hinauf … und hinunter. Dank Alex wussten wir auch die richtige Ausgangstür im Miniflughafen unseres Ziels anzusteuern. Das Gepäck war fast schneller als wir und die letzte Kontrolle des Gepäcks erfolgte hier … kein Wunder, bei den komischen Sachen, die wir da im Koffer hatten. Aber wir konnten überzeugen, dass die Kanalrohre keine Sprengstoffe beinhalteten.
Das Taxi lieferte uns dann ganz in der Nähe der Schule ab. A. ist der Koordinator der Schule und er kam uns hier holen. Welch ein herzlicher Empfang! Wir wurden in das Schulgebäude geführt und von A.s Frau und deren Schwester und der Praktikantin E. aus Polen begrüßt. So liebe Menschen – hier muss man sich einfach wohl fühlen.  Beim Abendessen  haben wir uns langsam auch innerlich angenähert und alles nötigste für den Projektstart am nächsten Tag besprochen. Auch die Räume haben wir uns angeschaut. Das war gut, denn natürlich sind sie klein. Die Schule ist auf drei Stockwerke verteilt und alle drei sind eigentlich Wohnungen.
Wegen der Wahlen hat die Türkei die Zeit nicht umgestellt, was zur Folge hatte, dass wir sehr spät angekommen und noch viel später müde, aber zufrieden ins Bett gefallen sind.
27. Oktober 2015
Nach dem Frühstück und einer kleinen Einkaufsrunde mit A., bei der wir fast in den Läden hängen geblieben wären, war schon Level 1 und 2 bereit, uns kennen zu lernen. Wir haben sie in drei Gruppen geteilt und im Rundlauf konnten sie je 20 – 30 Minuten lang bei einem von uns 1-2 Disziplinen ausprobieren. Tücherjonglage, Teller drehen, Stäbe drehen, Pois, Akrobatik und Rola Bola. Dabei muss man erwähnen, dass A. und das Team alles eingekauft hatte, um was wir gebeten hatten und alles super vorbereitet war.
Nach Level 1/2 kam Level 3/4, dann Level 5/6 und wir haben uns abends wie  ausgequetschte Zitronen gefühlt. Aber welche Freude mit den Kindern! Wach und konzentriert sind fast alle dabei, mutig, offen, herzlich, freudig. Es kam viel Energie zurück und die 6 Stunden vergingen wie im Fluge. Manche  Kinder sind in Syrien nicht in die Schule gegangen. Es ist zu spüren, dass sie gerne lernen, sie sind sehr motiviert. Die Lehrerinnen und Lehrer haben für uns übersetzt, das war sehr hilfreich. Ansonsten sprechen wir mit den Kindern Englisch und sie werden sicher auch davon profitieren. Zwei weitere Lehrkräfte haben wir kennen gelernt, eine Arabischlehrerin und der Sport-/Musiklehrer.
Zum Schluss haben die Kinder gewählt, welche 2 Sachen sie gerne morgen intensiver arbeiten würden. Nachdem die Kinder nach Hause gegangen waren, gab es eine Teamsitzung. Das war sehr gut, um zu erspüren, ob alles so passt und um weiter zu planen.
F. und E. haben uns abends auf einen Spaziergang durch Parks und durch die Stadt mitgenommen, haben uns einen ersten Eindruck von der Stadt ermöglicht. Die Schule ist in einem relativ armen Teil der Stadt. Wir haben aus den Fenstern einen guten Überblick über die Stadt und können Plastikplanen, Teilruinen und Müllberge nicht übersehen. Das Zentrum jedoch
ist schön, es gibt enge Gassen und eine Burg, neben der heute Abend der Vollmond stand. Jetzt werden in der Küche fleißig Luftballone mit Bulgur gefüllt, damit sie morgen  beim Jonglieren zum Einsatz kommen können.
Katrin