11. Januar 2016 

Heute haben wir einen langen Tag vor uns, wir spielen außerhalb von Jaffna und kommen zwischen den Auftritten nicht zurück. Unser erstes Ziel ist die St. Henrys School. Am Spielort werden wir von Baskaran erwartet und aus dem Bus gescheucht… Wir sind offensichtlich spät dran, der Rektor erwartet uns bereits – ebenso die Jungs an dieser Schule. Seltsame Welt – die vergangenen Tage haben wir des öfteren auf Baskaran gewartet und dabei gelernt: Sri Lankan 1 minute ist ein unspezifischer Begriff und kann so viel wie 20 deutsche Minuten bedeuten. Doch jetzt muss es „schnell“ gehen – das sind wir schon gar nicht mehr gewöhnt…


Hier heißt es: stramm gestanden. Die 700 Schüler, die unseren Auftritt sehen, stehen in Reih und Glied – in ihren Schuluniformen wirken sie ein wenig, als wären sie zum Morgenappell einberufen. Sie amüsieren sich prächtig und durch ihr Lachen lockern sich die Reihen ein wenig auf. 

Unmittelbar nach unserem Auftritt gibt es keine Möglichkeit, noch mit den Schülern zu verbringen, Hände zu schütteln oder Photos zu machen. Sie werden sofort im Anschluss an die kurze Rede des Rektors wieder in ihre Klassenzimmer geschickt – was muss, das muss…. So schnell waren wir also auch wieder unterwegs zum nächsten Ziel, gleich um die Ecke fahren wir mit unserem Bus auf das Gelände des Sandilipay Hindu College. Die Schüler begrüßen uns freudig, das Gelände ist riesig, die Schulatmosphäre grandios.  
Entsprechend kommt unsere Aufführung bei den 600 Schülern an, die die eher kleine Schulhalle komplett ausfüllen, bis sie so weit überquillt, dass sich die letzten Schüler, die noch nachkommen, nur noch traubenweise in jede Fensterbank drücken können. 

Das Lachen, das aus dieser Halle erschallt, ist mit Sicherheit weit über den großen Schulhof zu hören. Wie die Bremer Stadtmusikanten folgen uns am Ende hunderte von Kinder über das große Gelände. Was für ein wunderbares Bild – schade, dass das nicht mit der Kamera festgehalten wurde. 
Nach unserem letzten Auftritt in Baskarans Dorf begleiten er und seine Frau Sarala uns zum gemeinsamen Abendessen ins Hotel. Unser offizielles Programm ist noch nicht zu Ende, denn die Kontaktpflege zu unseren Organisatoren vor Ort ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der Clowns. 

Jetzt heißt es Abschied von Pathum nehmen, der uns seit Jahren zur Seite stehende Hauptkontaktmann in Sri Lanka. Er ist von Freitag bis Sonntag extra nach Jaffna gekommen um uns zu begleiten und die Details für unsere nächsten Auftritte fein zu “tunen“. Heißt vor allem: 4 -5 geplante Shows in maximal drei zusammen zu legen… ;)) 
Wir beschließen diesen Tag mit einem köstlichen Mahl. Morgen spielen wir nur zwei Mal in der Früh, den Rest des Tages werden wir für uns nutzen können. 
Pippa alias Katharina