19. und 20. August
Wir werden wieder sehr früh abgeholt, aber diesmal von einem neuen Fahrer „Juan Carlos“( dem Mann für Alles aus dem SOS Kinderdorf Cochabamba) und es geht los in Richtung eines „Centro infantil“ in dem wir unsere Show spielen sollen.
Nach einer sehr unterhaltsamen und lustigen Fahrt – es geht vor allem ums Essen, da anscheinend die Cochabambinos  „nicht essen um zu leben, sondern leben um zu essen…“
Wir verabreden uns gleich mit ihm, um nach der Aufführung eben dieses miteinander zu teilen!
Er kennt nämlich einen guten Ort für „Ceviche“ (ein super leckeres peruanisches Gericht, bei dem Fisch roh nur durch Zitronensäure gekocht wird). Also gut für Leib und Seele wäre schon mal gesorgt … hmmmmm
Wir werden herzlich begrüßt, befürchten aber erstmal, dass die Kinder vielleicht  zu klein sein könnten, aber wir werden beruhigt und lassen uns darauf ein.
Spielortbesichtigung ist schnell geschehen … Vorhang im Hof unter einem Sonnensegel aus Plastik aufhängen…
Dafür wird uns eine waaghalsige Leiter angeboten, auf die wir dann doch lieber dankend verzichten und einen Stuhl nehmen!!!!
Beim Umziehen und Schminken im Gruppenraum machen wir dann noch eine Entdeckung …
Echt schräg … im Kinderkaufladen liegt `ne Packung Zigaretten …  zum Glück leer!!!
Es geht los … und bis auf die 2 kleinsten Kinder sind alle total aus dem Häuschen, fiebern von Anfang bis Ende voller Begeisterung mit und tanzen am Schluss sogar ausgelassen, als wir unser Abschiedslied zum besten geben.
Noch beflügelt von den Reaktionen und dem schallenden Applaus unterhalten wir uns dann noch mit der Leiterin der Einrichtung und erfahren viel interessantes über die dortige Arbeit.
Es war anscheinend mal ein Kindergarten, fungiert jetzt aber als Kinderbetreuungseinrichtung mit Elternberatung. Die Eltern zahlen bloß einen geringen Betrag, den sie sich auch leisten können und der dann für den Einkauf des Essens benutzt wird.
Dies müssen die Väter gemeinsam machen damit sie sich bewusster mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ihrer Sprösslinge befassen.
Viele Kinder werden von ihren allein stehenden Müttern aus anderen umliegenden Regionen gebracht, die in Cochabamba arbeiten.
Einen Platz wo die Kinder währenddessen aufgehoben sind, stellt eine riesen große Hilfe für sie dar.
Wir verabschieden uns mit vielen Umarmungen und draußen wartet schon unser hungriger Freund… hehehe…
Er kennt sich wirklich aus und hat nicht zu viel versprochen, denn das Essen ist super und gibt uns wieder die nötige Kraft, um die nächsten Aufgaben, die auf uns warten, zu meistern.
Kaum zu Hause angekommen, geht’s schon wieder los, um mit den Kindern zu trainieren.
Wir haben uns ein tolles Programm ausgedacht und es läuft alles wie am Schnürchen!
Nachdem Carolin am Tag vorher zugeschaut hat, um kameratechnische Probleme wie z.B. Lichtverhältnisse einschätzen zu können, ist sie heute zum 1. Mal aktiv dabei und filmt fleißig drauf los.
Wobei wir natürlich vorher noch darüber reden, wer sie ist und was sie hier macht. Anweisungen wie „stellt euch vor, sie ist gar nicht da…“ und „jetzt dürft ihr nochmal alle direkt in die Kamera schauen…“ folgen, um den Kindern die Scheu und die Angst zu nehmen, sie aber gleichzeitig vergessen und Carolin ruhig ihre Arbeit machen lassen.
Nach einem super konzentrierten Clowns Workshop mit unglaublichen Fortschritten, was Bühnenpräsenz und Lust am Spiel angeht, geben wir den Kindern die Möglichkeit, schon an ersten selber erarbeiteten Nummern zu schrauben und diese am Ende vorzuführen.
Total beglückt und stolz über ihre 1. kleinen Auftrittsmomente schicken wir unsere Schüler ins Wochenende und treffen uns danach mit dem Film- und SOS- Team zum gemütlichen Arbeitsessen.
Hier werden die nächste Woche besprochen und um Mitternacht werden wir endlich nach Hause begleitet, wo wir alle 3 halbtot ins Bett fallen.
Am Samstag Vormittag steht der 1. Dreh Termin im SOS Dorf Cochabamba auf unserer Agenda.
Ja ja ja… Filmbusiness ist eben ein hartes Business…!
Wir werden dafür  von einer Mutter durch das Dorf geführt und müssen alles mögliche nochmal wiederholen… weil das Licht nicht passt, oder ein Mädchen aus unserem Workshop auf uns zustürmt um uns zu begrüßen, die uns aber im Film noch gar nicht kennen soll und so tun muss als wären wir Fremde für sie.
Danach besichtigen wir das Zuhause einer Familie und alles wird uns gezeigt und erklärt, festgehalten und angeleitet durch unsere Regisseurin.
Ein kleines Interview und Umziehen für die Show…
 
Endlich kann ein Teil der Kinder aus unseren Kursen zuschauen und mitlachen, was den Clowns so alles passiert und hinterher fühlen wir uns wie die großen Stars, da wir alle unsere verschenkten Postkarten signieren müssen…
Was für ein lustiges und komisches aber auch erhebendes Gefühl… hohoho…;)
 
Dann geht’s gleich weiter in ein Theater,  in dem wir den nächsten Auftritt haben.
Es ist inzwischen spät geworden aber wir müssen noch ausharren bis wir dran sind, denn an diesem Abend zeigen diverse Tanzgruppen ihr Können (es sind teilweise wunderschöne Choreographien mit traditionellen Kostümen, die uns die Geschichte und den immensen Reichtum vor Augen führen und uns staunen lassen…) für einen guten Zweck…

Die Einnahmen werden nämlich zugunsten von SOS Kinderdorf verwendet.
Unser Auftritt (wir mussten die Show kürzen und durften nur ein kleines Stückchen zeigen) kommt auch bei dem „großen“ Publikum bestens an und erzielt die gewünschte Wirkung…schallendes Gelächter!!!
Glücklich und erschöpft geht’s dann auf der Ladefläche unseres Pick-Ups nach Hause.
Müder  Max