Zwei Tage sind vergangen seit unserem letzten blog- Zwei volle Tage!
Die Show gestern wurde kurzfristig abgesagt. So lud uns Christa zu einem Ausflug zum berühmten „Cumbe Mayo“ ein,  einer Felsformation, eine Stunde und 700 Höhenmeter von Cajamarca entfernt. Dort entspringt eine Quelle, deren Wasser schon vor Inka- Zeiten durch ein ausgeklügeltes (und zum Teil noch erhaltenes) Kanalsystem ins Tal transportiert wurde. Die Luft war hier noch dünner als in Cajamarca und so hatten wir ziemlich zu tun, mit der fitten Christa auf den Wanderwegen Schritt zu halten. (Ich verrate natürlich nicht wie alt sie ist- aber sie hat uns von ihrem siebzigsten Geburtstag vor zwei Jahren erzählt!)   

Und ich konnte endlich baden! Und dazu noch in heiligem Wasser.

So ein Tag ohne zu spielen hat uns ziemlich verwirrt. Am nachmittag liefen wir ein bisschen wie Falschgeld durch die Stadt, so nichts zu tun zu haben, waren wir nicht mehr gewohnt!

27.09.15

Heute nun standen endlich wieder zwei Shows auf dem Program. Am Vormittag wurden wir in einem Seniorenheim erwartet- „Hermanitas de los Anicianos Desanparados“ stand in großen Buchstaben über dem beeindruckenden Eingangsportal. Und auch im Gebäude großzügige Architektur, viel Platz und natürlich alles voll von Heiligen, Bischöfen- auf Bildern wohlgemerkt. Die alten Leute und die Ordensschwestern freuten sich sehr über unser Kommen und so waren die Begegnungen vor, während und nach unserem Spiel sehr herzlich und berührend! Einige Bewohnerinnen, die unsere Show nicht besuchen konnten, weil sie zu schwach dafür sind, trafen wir danach noch in ihren Zimmern; kein Schmuck, kein Schrank, keine persönlichen Gegenstände! Schon ein großer Unterschied zu unseren Wohnheimen.

Große Freude bei Senioren und den Schwestern. Etwa 100 Bewohner leben hier. Betreut werden sie von Ordensschwestern, die neben Pflege, Kochen, Waschen nur wenig Zeit für anderes haben. Deshalb waren alle sehr glücklich über unseren Besuch.

In der Mittagspause führte uns Christa in ein Gartenlokal etwas außerhalb der Stadt. Endlich mal draußen sitzen beim Essen. (Das geht in der Stadt leider nicht.)  Und hier wurden persönliche Träume unserer kleinen Reisegruppe wahr; Ich als Vegetarier bekam eine wunderbare Suppe aus Kräutern, Käse und Ei, dazu einen leckeren Salat… 

…und in der traditionellen Küche wurde für die anderen Fleisch vom Meerschweinchen und Rind bereitet.
So gestärkt und nach einer Siesta im Hotel brachen wir am Nachmittag zum zweiten Auftritt auf. Dieses Mal sollten wir im größten Einkaufszentrum der Stadt („Quinde“) spielen. Das Kinderheim und die Schule, die Christa gegründet hat veranstaltete dort eine Tombola, deren Erlös in pädagogisches Material investiert werden soll. 
Ganz andere Situation, aber auch hier hatten wir eine Menge Spaß, so wie auch unser Publikum! 
                                       
Praktisch; danach konnten wir noch unsere Essensvorräte auffüllen und dann mit prallen Tüten im Taxi nach Hause fahren. Jetzt ist es gleich acht- noch Abendessen auf der Terrasse und dann „Gute Nacht“
Andreas