Romania 2018


02.06.2018 - 18.06.2018

In Rumänien leben weit über 25% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Noch immer herrscht hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes beeinträchtigt den Lebensstandard vieler Menschen. Die auf Bevölkerungswachstum ausgelegte Politik des Diktators Ceausescu und die damit verbundene massive Steigerung der Geburtenrate in den 1980er Jahren haben bis heute weitreichende Folgen für die Gesellschaft. Die Perspektivlosigkeit der heutigen Elterngeneration hat besonders Auswirkungen auf die Kinder: Alkoholsucht, mangelnde Bildung oder einfach Armut sind nur einige der Gründe, warum Eltern sich von ihren Kindern trennen – sie verlassen oder weggeben.

Auch Jahre nach dem Sturz des Regimes leben noch immer viele Kinder unter erbärmlichen Umständen in Heimen. Viele der Unterkünfte sind mangelhaft ausgestattet und gleichen Verwahrungsstätten. Körperliche und seelische Gewalt gehören heute zum Alltag vieler Kinder genauso, wie mangelnde Bildungschancen. Besonders Roma-Kinder und Kinder mit Behinderungen werden diskriminiert und gesellschaftlich ausgegrenzt. Große Probleme entstehen durch Armut der Familien. Nicht nur Kinderarbeit sondern auch Prostitution und Kinderhandel sind zu einem alarmierenden Problem in Rumänien geworden. In Rumänien müssen Schätzungen zufolge 70.000 Kinder arbeiten. Mädchen und Jungen sind gezwungen, ihre Familien finanziell zu unterstützen. Kinderarbeit geht oft mit dem Abbruch der Schule, sozialer Ausgrenzung und psychischer oder physischer Ausbeutung einher. Vor allem Kinder von ethnischen Minderheiten gehen nicht in die Schule: 100.000 Roma im Alter zwischen 15-25 Jahren sind Analphabeten. In Rumänien ist die Kindersterblichkeitsrate immer noch sehr hoch, auch wenn sie in den letzten Jahren gesunken ist.

Posted on

May 3, 2018