Wir sind mal wieder nach Georgien unterwegs…
Seit 1991 ist Georgien unabhĂ€ngig von der Sowjetunion. Nach der UnabhĂ€ngigkeit kam es zu BĂŒrgerkriegen und MilitĂ€rputsch. Die Regierung ist bis heute keine VertrauenswĂŒrdige demokratische Instanz. Russland interessierte sich weiterhin fĂŒr die Gebiete Abchasiens und SĂŒdossetiens. Die georgisch-russischen Beziehungen von Anfang an gespannt. Wobei Georgien eher die Beziehung zum Westen und im Allgemeinen zur NATO sucht.
Im Sommer 2008 kam es zum 5-Tage- Krieg in dem Georgien die Gebiete SĂŒdossezien und Abchasien an Russland abgeben musste. Der Kampf forderte insgesamt 850 Menschenleben und fĂŒhrte zeitweilig zur Flucht von mehr als 130.000 Menschen. Die nun nicht mehr in ihre Heimat zurĂŒck können.
Mit unserer Reise mit der neuen CLOG-Georgiencrew wollen wir die kleinen und grossen Kinder von Gorgien bespielen und ihnen Anerkennung und Freude Schenken
Itinerary Date :10.10.2018
Abflug nach Tiflis/ Tbilisi
24.09.2018
Eingecheckt!
Nach drei Tagen intensiven Proben haben wir ein buntes Programm im GepĂ€ck, was nun wartet in Tiflis ausgepackt zu werden…
Generalprobe in Tbilisi
25.09.2018
Am Flughafen in Tiflis /Tiblisi wurden wir von Lela Ekhvaia unserer Reiseleiterin /Logistik und gute Seele aus Tiblisi zu nÀchtlicher Stunde herzlichst empfangen.
Unser erster Einblick war der wirre Autoverkehr und hohe Betrieb auf den StraĂen. Die Beschaffenheit der StraĂen war sehr abwechslungsreich, von sauber geputzten Kreisverkehren zu tiefen Schlaglöchern und sehr unĂŒbersichtlichem Verkehr. Fast alle Autos sind Unfallautos aus Deutschland oder anderen WesteuropĂ€ischen LĂ€ndern. Und vemehrt sind auch Linksverkehr Autos unterwegs, was uns immer wieder verwirrte.
Obwohl es schon lange nach Mitternacht war und auch Lela an diesem Tag noch nicht das Bett gesehen hatte, wurde uns eine nÀchtliche Sightseeingtour durch Tiblisi /Tiflis nicht erspart.
MĂŒde uns erschöpft durften wir in das von Lela fĂŒr uns organisierte Apartment/ Bett fallen.
Am NĂ€chsten Tag haben wir uns erst mal alleine um Geld und das nötige gekĂŒmmert, bevor wir von Lela abgeholt wurden. Sie fuhr mit uns in die Waldorfschule wo wir proben durften. So haben wir die Generalprobe und somit Premiere in Georgien unserer Reiseleiterin und dem Fotografen prĂ€sentiert.
Life Chance ein Jugendkulturhaus in Tiflis
25.09.2018
Wir besuchten das Jugendkulturhaus „Life Chance“. Das Projekt wurde von Lela aufgezogen. Es befindet sich in einem ehemaligen Kloster gleich neben dem Zoo in Tiflis. Hier Wohnen derzeit acht Jugendliche MĂ€dchen und Jungs, die uns auch gleich herzlich in Empfang nahmen und uns selbstverstĂ€ndlich.. /ganz improvisiert und einfach/ verköstigt haben.
Lela stellt uns Khatia Maglakelidze vor. Â Khatia wird Teil unserer Reise mit der Videokamera begleiten.
Neben den Jugendlichen arbeitet derzeit auch Lilit Schuster in Life Chance. Lilit kommt aus Frankfurt und macht in Tiflis in einem SOS Kinderdorf und in Life Chance ihr FSJ, ĂŒber die Organisation Weltwerts.
Life Chance kĂŒmmert sich um Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, nach ihrer VolljĂ€hrigkeit Anschluss im Alltag zu finden. Es gibt in Georgien kein System, dass sich um die Jugendlichen kĂŒmmert. Hier im Youth House ist es ist ein sehr schönes Miteinander. Man spĂŒrt direkt, dass hier jede/r kommen und gehen kann wann sie/er will. Und Die Jugendlichen sind stolz, dass sie hier mithelfen.
Neben dem Haupthaus steht ein kleines neues Haus. In zwei Wochen wird hier eine Werkstatt eröffnet, in der die Jugendlichen Töpfern lernen können. Neben an wird des weiteren an einem Haus gebaut in dem eine Holzwerkstatt entstehen soll. Das Projekt lĂ€uft sehr gut, dank Lela und ihrer Kollegin Khatia Maglakelidze und all den engagierten Jugendlichen die hier helfen, dass Alle sich willkommen fĂŒhlen, die so einen Ort brauchen.
Prima und Seconda
26.09.2018
Abreise aus Tiflis.
Unsere erste Show spielen wir in Zilkani. Doch bevor es losgeht mĂŒssen wir noch unseren Van fĂŒr dei Reise entgegen nehmen. Leichter als gesagt. Gut, dass wir zeitlich einen kleinen Puffer eingeplant hatten. Der Van musste vor der Abreise noch in die Werkstatt. Doch dank der guten Vernetzung von Lela, war das Problem schnell behoben und nun haben wir ein super GefĂ€hrt fĂŒr die erste Woche.
Unsere ersten beiden Shows spielen wir in Zilkani und Preseti, zwei FlĂŒchtlingscamps in denen Georgische FlĂŒchtlinge aus SĂŒdossetien seit 10 Jahren wohnen. Sie leben in kleinen HĂ€usern. Teilweise haben sie angefangen GemĂŒse anzubauen und KĂŒhe oder Ziegen zu halten. Beide Camps sind sehr abgelegen und haben keine direkte Anbindung zur HauptstraĂe.
Ein junger Mann in Preseti (1300m Ăber dem Meeresspiegel ) war ebenso begeistert von der Show wie seine 15 Jahre jĂŒngeren Mitbewohner.
Er zeigte mir das FuĂballfeld/ Arena und die neue gelieferten Solarplanels, die demnĂ€chst auf das noch in der Bauphase stehende Kinderhaus gesetzt werden.
Schon die ersten beiden Shows machen es nicht einfach nur ein paar Fotos fĂŒr den Block auszuwĂ€hlen. ..
ĂberfĂŒlltes Theater
27.09.2018
Nach einer Aufregenden Nacht bei Lelas Schwiegervater auf dem Land, sind wir auf nach Chkorochka gefahren. Im Dorf war ein reges Treiben. Es war der Gedenktag fĂŒr viele Georgier, da sich Abchasien vor 25 Jahren unabhĂ€ngig gemacht hat. Auch Lela war aus diesem Grund vor 25 Jahren nach Tiflis geflĂŒchtet. Damals war sie 15 Jahre alt. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Tbilisi, sie darf nicht mehr nach Abchasien zurĂŒck um ihre Familie dort zu besuchen.
Wir wurden herzlich von Thea empfangen und durchs Dorf gefĂŒhrt. Sie ist fĂŒr die Vorsitzende des Tourismusverein in Chkorochka und spricht fliessend Deutsch. Da das Wetter nicht ganz stabil war, zeigte man uns das Theater. Die Ruine war perfekt fĂŒr unsere Show. Thea hatte gute Vorarbeit gemacht und so war der Saal ĂŒber und ĂŒber mit Kindern (ca 700 Kinder) gefĂŒllt, die uns erwarteten. Es war eine schöne Herausforderung fĂŒr so viele Kinder zu spielen. Sie waren begeistert und zum Schluss war die Begeisterung so groĂ, dass sie die BĂŒhne stĂŒrmten und mit uns das Abschiedslied tanzten.
Die Nacht wurden wir bei Thea untergebracht, wo uns ein groĂes Supra/Abendmahl erwartete. Der BĂŒrgermeister kam auch zum Essen und unterhielt den Abend mit einer langen Reihe von Andachtsreden auch Deutschland wurde mehrmals hoch geehrt.
StadttheaterbĂŒhne gegen 9 Quadratmeter
28.09.2018
Nach einer sehr erholsamen Nacht bei Thea waren wir gut gestĂ€rkt fĂŒr die heutigen zwei Auftritte.
Als erstes fuhren wir nach Khoni. Auch hier wurden wir wieder herzlich empfangen und durften in einem sehr schönen und (diesmal) renovierten Theater spielen. Ca 350 Kinder aus den Umliegenden Dörfern und vorwiegend armen VerhĂ€ltnissen saĂen in dem Schönen Theater und verfolgten unsere Show aufmerksam.
FĂŒr die Zweite Show sind wir nach Martvili gefahren. Geplant war, dass wir auch hier  auf der groĂen Stadttheater BĂŒhne spielen sollten. Doch als wir ankamen war alles anders. Der Hausmeister wurde nicht von unserem Kommen informiert und so war die BĂŒhne anderweitig besetzt. Nach langem Abwegen der verschiedenen SpielplĂ€tze, haben wir uns entschieden vor dem Theater zu spielen. Ăber die Folgen wurden wir uns erst beim Einmarsch bewusst.
Wir spielten auf 9 Quadratmeter mit Publikum von vorne rechts links hinten und oben vom Balkon.
Die Kinder warteten aufgeregt im Stehen um ihre Sonntagskleider nicht zu beschmutzen. Sie kamen von verschiedenen Einrichtungen und KindergÀrten. Und auch die Kinder aus der traditionellen Georgischen Tanzstunden im Theater, hatten kurz Pause um unsere Show zu bejubeln.
Eine herrliche Herausforderung.
Ein Emotionaler Samstag
29.09.2018
Nach einem herzlichen Kaffee und Tee Empfang bei Zaquarias Mutter, sind wir zu unserem ersten heutigen Ort Gefahren.
In Kobuleti war ein Weisenhaus vorgesehen. Als wir ankamen, erfuhren wir, dass die meisten Kinder ĂŒber das Wochenende zu Verwandten gefahren waren. Wir entschieden uns dennoch zu spielen. Gerade die Kinder, die hier zurĂŒck geblieben waren, hatten es verdient. So gab es eine eher Private Vorstellung im kleineren Rahmen. Das erlaubte uns direkt auf die Kinder einzugehen und so zauberten wir ein berĂŒhrendes ganz besonderes Ereignis.
FĂŒr die zweite Show des heutigen Tages fuhren wir in die sogenannte „Pappkarton Siedlung“, die in Batumi (eine grosse Stadt am schwarzen Meer) liegt. In dieser Siedlung leben ca 3600 Familien in Pappkarton HĂ€usern, WellblechhĂŒtten oder anderen Improvisierten Wohnungen.
Normalerweise wird den NGO“s der Zugang zu der PappkartonSiedlung verwehrt, da Georgien nicht will, dass diese Seite des Landes Publik wird.
Die Mundpropaganda fĂŒr die AnkĂŒndigung unserer Show war sehr erfolgreich.
Auf einem kleinen Platz hatten wir unsere BĂŒhne platziert. Der Platz war eng umschlungen von Kindern und Erwachsenen. Aufgrund einer aufkommenden Unruhe kĂŒrzten wir unsere Show, doch die Aufregung der Kinder war so gross, dass die letzte poetische Nummer in ein gemeinsames Schreien ĂŒberging. Wir nahmen den Impuls und sahen es als Kraft der Entladung.
Nach dem Schlusslied zogen wir mit der Kindertraube durch die Siedlung, doch leider mussten wir uns bald in das Auto flĂŒchten, da die Kinder anfingen uns zu schlagen, und unsere Instrumente in Gefahr waren.
Lela, Zaquaria und Kathia waren die ganze Zeit auf höchster Aufmerksamkeit und haben uns so gut es ging beschĂŒtzt, wĂ€hrend Dato (Lelas Mann) auf uns im Auto wartete.
Leider war der Abgang nicht so poetischer fĂŒr uns Alle. Die Reaktionen der Kinder sind nicht persönlich und böswillig gemeint, sie kennen vermutlich keinen anderen Weg ihre Begeisterung und Emotion auszudrĂŒcken.
Es war auch fĂŒr uns ein sehr besonderes Erlebnis. Wir sind uns Alle einig, dass es sehr wichtig war, dass wir dort gespielt haben.
Portrait
30.09.2018
Heute an unserem Freien Tag möchte ich einen Beitrag ĂŒber unseren Fotografen zu schreiben. Seine Bilder sind ein wichtiger Teil unserer Reisedokumentation. Die Fotos sind eine Gesamtkomposition, ich bekomme sie immer direkt und unbearbeitet fĂŒr den Blog. Es ist Zaquaria sehr wichtig, dass die Bilder pur und echt sind. Er arbeitet nicht mit Photoshop sondern sucht sich stets die gegeben LichtkapazitĂ€ten und Kompositionen um die Momente einzufangen. Ich habe mit Zaquaria ĂŒber seine Arbeit und die Erfahrung mit uns auf der Tour gesprochen.
Zaqaria Chelidze kommt aus Poti/GE und lebt in Tbilisi und New York. Ein glĂŒcklicher Zufall erlaubte ihm mit auf unsere Tour zu kommen, um uns als Fotograf und gute Seele auf der Reise zu begleiten. Wir haben uns das erste Mal bei unserem Ersten Tag in Tbilisi getroffen, als er Fotos von unsere Generalprobe gemacht hat. Er war gleich von unserer Arbeit und der Ăsthetik begeistert, die er mit seinen Bildern einfangen konnte. FĂŒr ihn ist es ganz wichtig, dass ihn die Arbeit persönlich interessiert. â Ich muss interessiert sein an der Sache, ohne ein persönliches Interesse, ohne einen inneren Motor, kann ich nicht kreativ arbeiten.â Schnell war klar, ihn interessieren nicht nur die Motive, sondern auch die Menschen und Charaktere, die die Show zusammenstellen. âMich interessieren die Persönlichkeiten, wer steckt hinter der Figur auf der BĂŒhne. Also fotografiere ich euch auch auĂerhalb der BĂŒhneâ. Pro Tag legt er unmerklich fĂŒr uns, den Fokus auf einen von uns und vertiefte so seine Arbeit und den Blick. Mit seinen Fotos möchte er ĂŒber die Dokumentation hinaus greifen. âMit meinen Fotos möchte ich eine Geschichte erzĂ€hlen. Mich interessiert, wie ihr unser Land seht, was euch begeistert und was euch emotional bewegt.â
Vom Meer in den Kaukasus
01.10.2018
Abfahrt aus dem wunderschönen Batumi am Schwarzen Meer mit glasklarem Wasser.
Die Fahrt ging wieder in die Berge. In Chobi wartete ein gut gefĂŒllter Kindergarten mit 160 aufgeregten Kindern auf uns. Sie empfingen uns mit âGermanelli!! Germanelli!!!â Rufen. Wir spielten extra klein und fein so hatten die kleinen Prinzessinen und Prinzen eine schöne Freude unser Program zu verfolgen. FĂŒr einen Moment durften die Kinder sich wie Prinzessinen und Prinzen fĂŒhlen. âWir haben sie verzaubertâ, sagte eine der KindergĂ€rtnerinnen. Sie war sehr glĂŒcklich, dass wir da waren und fĂŒr die Kinder gespielt haben. Sie zeigte uns die selbstgemachte Spielzeuge der Kinder. Aus Pappkarton haben sie Pizza gebastelt und Puzzel selber geschnitten. Petflaschen Deckel wurden als Dame Figuren fĂŒr das Pappkarton Schachbrett gebraucht. Da es kein Geld fĂŒr Unterrichtsmaterial gibt, suchen sie viele Wege den Kindern alternative Spielmaterialien zu bieten. Eine Clownsshow hĂ€tten sie sich niemals leisten können.
In einem GesprĂ€ch erfuhren wir, dass das Gehalt der KindergĂ€rtnerinnen ist auch fĂŒr georgiesche VerhĂ€ltnisse unter jeder WĂŒrde ist.
Nach unserem Besuch war eine lange Autoreise nach Svanetien /Mestia angesagt.
Hoch im Kaukasus
02.10.2018
Mestia
Lela hatte alles versucht, dass möglichst viele Kinder erreicht wurden, die unsere Show sehen durften. Doch sie sagte, es sei sehr schwierig. Die Kinder wohnen sehr weit verteilt und verstreut in den kleinen Dörfern. Die Anreise ist ein groĂer Aufwand fĂŒr sie.
Doch die Kinder kamen aus allen kleinen umliegenden Dörfern um die Show zu sehen. Sie hatten sich alle Schick gemacht fĂŒr unsere Vorstellung. Es war ein sehr besonderer Anlass. Hier oben nach Mestia kommen sehr selten solche Aktionen. Unsere Show wurde mit einer herzlichen Dankbarkeit angenommen.
Mestia liegt auf 1500m im Kaukasus /Svantien, mit einem wunderschönen Bergpanorama mit Schneeberge und monströse Gletschern. Die Svaneten sind sehr Stolz auf ihr Land.
Unsere Vorstellung spielten wir vor dem Museum von Mestia.
Eine dĂŒstere Stimmung
03.10.2018
Heute sind wir an einen besonderen Ort gefahren.
Eine lange dĂŒnne Strasse fĂŒhrte uns in die Abgelegene Ortschaft Tkibuli.
Tqibuli lebt von dem Untertagebau fĂŒr die Steinkohlenförderung. Die Sicherheitsbedingungen in den Bergwerken sind sehr labil, die Kinder mĂŒssen jederzeit damit rechnen, dass der Vater von der Arbeit nicht nach Hause kommt. Viele Kinder haben ihren Vater bereits verloren.
Die Stadt ist heruntergekommen und sehr verarmt. AuĂer der Steinkohleförderung gibt es hier keine Arbeitsalternativen. Wer kann verlĂ€sst die Stadt und kommt auch meistens nach dem Studium oder anderen Erfahrungen nicht wieder zurĂŒck. So berichtete uns die Kulturbeauftragte.
Als wir ankamen saĂen schon alle Kinder und erwachsene im Amphitheater.
Das schöne alte heruntergekommene Amphitheater wurde von deutschen Kriegsgefangenen nach dem zweiten Weltkrieg gebaut.
Die Kinder waren begeistert und haben unsere Show mit allen Sinnen aufgesogen.
Es war uns eine groĂe Freude hier zu spielen.
Nach der Show haben wir mir der Kulturbeauftragten gesprochen wir bekamen mit wie traurig und ausweglos die Lage hier ist.
Erzieherinnen wĂŒnschen sich Bildung
04.10.2018
Von Tbilisi /Tiflis aus sind wir nach Znori und Signaghi gefahren.
An beiden Vorstellungen warteten die Kinder schon ganz aufgeregt. Sie waren von weit her aus den umliegenden KindergÀrten zusammengekommen um unsere Show zu sehen.
Die Leiterin der KindergĂ€rten berichtete uns, dass es an Geldern mangelt fĂŒr Unterrichtsmaterial und besonders fĂŒr die Ausbildung der Erzieherinnen. Sie wissen nicht was sie mit den Kindern machen können. Stolz prĂ€sentiert sie uns den Fernseher und das Schlafzimmer fĂŒr den Mittagsschlaf, der nicht nach einer wohltuenden Ruhe roch.
Die HÀuser sind alt und nur das nötigste kann restauriert werden.
Jetzt im SpĂ€tsommer ist es noch angenehm warm. Manchmal schauen wir uns fragend an und ĂŒberlegen, wie gemĂŒtlich es wohl im Winter hier sein mag.
Kinder in Sonntagskleidern
05.10.2018
Heute sind wir nach Bolnisi gefahren. Ehemalig Katharinenfeld, siedelten hier Anfang des 19. Jahrhunderts deutsche Siedler sogenannte SchwÀbische PiÀtisten her und bauten hier eine deutsche Siedlung, wovon man heute noch einzelne HÀuser sieht. Diese Jahr feiert Bolnisi 200 Jahre Deutsch-Georgisch Freundschaft.
Die Deutschen sind hier hoch angesehen, aber die georgischen Bewohner bekommen wenig von dem Prunk ab. Die Verfallenen georgischen HĂ€user stehen neben dem neu renovierten deutschen Luxushotel.
Hier arbeitet selbstverstÀndlich georgisches Personal.
Wir drehten den SpieĂ um. Uns war es eine grosse Ehre fĂŒr die georgischen Kinder zu spielen. Der Kulturbeauftragte hatte Kinder viel organisiert um die Kinder aus denunzierenden Dörfern abzuholen. Die Kinder haben nahe zu nie die Möglichkeit so eine Show um sonst zu sehen. Ca 300 Kinder kamen. Viele hatten ihre Sonntagskleider an, daher standen sie wĂ€hrend der Show um ihre Kleider nicht zu beschmutzen.
Tbilisobar StraĂenfest
07.10.2018
Heute sind wir in Tbilisi auf dem Stadtfest aufgetreten. Lela hatte uns schon lange im Voraus dort angemeldet.
Es kamen viele traditionelle Tanzgruppen aus allen Regionen des Landes und zeigten fantastische TanzstĂŒcke und Musikeinlagen auf der grossen BĂŒhne. Wir waren ĂŒberwĂ€ltigt von der Vielfalt und dem Stolz.
Also waren wir nun hier die Exoten auf dem Stadtfest. Wir teilten den Backstagebereich (ein Zelt) zusammen mit den Jungs und MĂ€dels der Tanzgruppen und so bekamen wir guten Einblick hinter die Kulissen.
Hier war ein herrischer Ton angesagt. Die Stolzen MĂŒtter wirbelten um ihre Söhne und richteten ihre KostĂŒme. In dem Gewirbel und der Aufregung flog auch mal die ein oder andere körperliche Zurechtweisung.
Das war uns schon in den KindergĂ€rten aufgefallen, dass hier Zucht und Ordnung nicht nur Verbal kommuniziert wird. Es erklĂ€rt auch einige ĂŒbergriffige Reaktionen der Kinder, die uns wĂ€hrend der Show vor Begeisterung manchmal etwas zu nahe kamen. Da wir unsere Grenzen ausschliesslich Gewaltfrei kommunizieren, wurden wir vielleicht nicht immer verstanden.
Fotos folgen..
Eine herzliche Derniere
08.10.2018
Heute haben wir in Tbilisi auf dem GelÀnde des Jugendkulturhauses Life Chance gespielt.
Lela hatte ihre Jugendlichen eingeladen und Kinder aus den umliegenden KrankenhÀusern auf dem GelÀnde.
Auf dem GelĂ€nde ist eine Rehaklinik fĂŒr DrogenabhĂ€ngige. Sie teilweise zuschauen und ein paar ZaungĂ€ste schauten Neugierig und verzĂŒckt..
Es war auch zufÀllig Lelas Geburtstag. Wir durften ein bisschen mithelfen das Fest zu Dekorieren. Und Essen vorzubereiten.
FĂŒr uns und fĂŒr das Georgische Logistik Team war es eine wunderschöne und emotionale Abschiedsvorstellung.
RĂŒckflug
10.10.2018
An unserem Letzten Tag haben wir noch ein interessantes Graffiti gefunden.
Ein hat die Hand ausgestreckt zum betteln. Dabei hĂ€ngt sie an FĂ€den wie eine Marionettenfigur. Unter dem Bild steht „This is not my choice“.
Das Bild kam uns genau richtig. Ja es sagt so viel ĂŒber die Situation hier. Und es setzt sich wie eine Pointe an unsere Reise.
Wir hatten alle die freie Wahl zu dieser Reise. Wir haben alle die Freie Wahl fĂŒr unseren Beruf, unsere Taten und die freie Wahl wie wir mit unserer Umwelt umgehen.
Ich (diejenige, die hier diesen Blog schreibt) bin sehr froh, dass ich die freie Wahl hatte und die Finanziellen Mittel diese Reise anzutreten.
Ich habe viel gelernt und erlebt und aufgesogen und nehme viele glĂŒckliche und faszinierte Kindergesichter mit nach Deutschland. Es war mir eine grosse Ehre, die Kinder fĂŒr einen kleinen Moment dort abzuholen wo sie waren und sie mit einem Lachen zurĂŒck zu lassen. Ein Lachen was sie vielleicht stĂ€rkt, dass zu tun was sie wollen und wohin sie gehen wollen.
































































































