2019 Iran


04.11.2019 - 18.11.2019

Susie Wimmer, Max Meier, Reza Abedini Sohi, Solmaz Mougouie (Logistik)


Nach der letzten Reise mit Walter Steffen und seinem Film „Joy in Iran“ reisen wir nach zwei Jahren wieder in den Iran. Begleitet uns hier in unserem Reiseblog und auf facebook!

Itinerary Date :12.11.2019

1. Tag

04.11.2019

Es geht los: Seppi und Deppo auf dem Weg nach Teheran!
Hurra, nach einer etwas ausgiebigeren Visumsodyssee, klappt’s.
Die Maschine rollt.
Teheran, wir kommen!!!!

2. und 3. Tag

06.11.2019

… in Teheran:

1. Nacht:
Schon eine halbe Stunde nach der Landung stehen wir mit unserem riesen haufen Gepaeck vor dem Flughafen…
Susie ist fix und fertig und kann es kaum fassen…Wir hatten uns auf mehrere Stunden Wartezeit eingestellt…was eine unerwartete Freude!
Deswegen denken wir uns aber auch nichts als wir auf unsere lieben Gastgeber warten muessen…
Waehrend dieser Wartezeit bemerkt Susie voller Freude die vielen kleinen Veraenderungen…
3 Jahre sind doch eine lange Zeit…
Nach einer Stunde kommt es uns dann aber doch komisch (man wird den Clown einfach nicht los) vor…und waehrend Susie die Nummer holt um ihre Freundin, unsere Kontaktperson anzurufen, schreit jemand “suuuuusi” durch die Eingangshalle…
Aha! Sie haben auch gewartet…Naemlich auf den Anruf von der Visumsbehoerde…der niemals kam…
Naja jetzt haben wir uns ja gefunden…auf nach Teheran!
Nach grosser Wiedersehenfreude fallen wir hundemuede aber ueberaus gluecklich in unsere Bettchen…
2.Tag:
Das Fruehstueck auf iranisch (Sesambrot mit Frischkaese Walnuessen und Honig) bringt unsere Lebensgeister zurueck…danach gehen wir unseren Spielplan fuer die naechsten 2 Wochen durch…Wow das Programm steht…Und wie es steht…!!!
Alles bestens organisiert und durchgeplant…in Theorie jedenfalls…mal schauen was alles zwischendrin passiert! Kann ja immer sein, dass der ein oder andere Plan umgeworfen werden muss…so was solls ja schonmal geben! Aber alle Spielorte haben fest zugesagt, die Fluege sind gebucht und wir sind super gluecklich und dankbar!
Ich fuehle mich beschuetzt und behuetet, geliebt und umsorgt, obwohl wir uns gerade mal 2 Tage kennen…Die Gastfreundschaft im Iran ist wirklich unglaublich!
OK…auf zum naechsten Tagesordnungspunkt…Es wird erstmal ein Taesschen Chai serviert!
Wir bereiten den Workshopraum vor…40 Personen von der Organisation “Mofid Theater Group” wollen kommen um mit uns zu arbeiten, sich auszutauschen und zu lernen. Leiter der Gruppe ist ein alter Bekannter von den letzten Reisen, der mit seiner jungen Gruppe in Krankenhaeuser geht um dort als Clowns Freude und Leichtigkeit zu verbreiten!
Wir spielen unsere Show nochmal durch und werden anschliessend von Solmaz belohnt mit koestlichem Auberginen-Linsen-Gemuese und Joguhrt-dipp! Was ein Fest!
3.Tag
Es sind wirklich fast alle da…Wahnsinn! Damit hatten wir nicht gerechnet…genial! Und schon geht es los…Susie nimmt sie sofort mit auf eine wundervolle Reise, schmeisst sie ins Unbekannte und alle werfen sich mit Freude und unbaendiger Lust in die Uebungen…Die Stimmung ist nicht zu toppen…und alle sind begeistert, diszipliniert und hoechst motiviert…viel Gelaechter schwirrt durch den Raum und der Spass kommt natuerlich auch nicht zu kurz…denn Spass am eigenen Tun und Entdecken ist das aller aller Schoenste was man mit dem Publikum teilen kann!
Es wird an verschiedenen Themen gearbeitet wie zum bsp. Emotionenaufbau, verschiedenen Energiestufen, Focus geben, Aufmerksamkeit erhoehen, absurde Ideen kreieren uvm.
Begeistert und erfuellt von all dem Input geniessen die Teilnehmer eine kleine Tee- und Suessigkeitenpause in der wir uns schnell umziehen, Koffer packen und dann heisst es zum 1. Mal auf dieser Reise “its showtime”…
Anscheinend ist es lustig, denn alle lachen aus tiefstem Herzen, sind die ganze Zeit ueber mit uns, teilen unsere Gefuehle und verfolgen mit grossen leuchtenden Augen unser wildes hin und her auf der “Buehne”…
Hoechst zufrieden, voller Adrenalin und viele Umarmungen spaeter sehe ich uns wie von aussen dabei zu Postkarten zu unterschreiben und versuchen mir 36 Namen zu merken bzw. zu erraten wie man sie schreibt…
Merci merci merci fuer all die Freundlichkeit und Freude!
Max

4. Tag

07.11.2019

2. Tag in Teheran:
Heute morgen hat uns Reza, unser tatkräftiger Unterstützer und Mitspieler der letzten Tour (2017) abgeholt. Dieses Jahr kann er leider nicht die ganze Zeit dabei sein, deswegen suchen wir noch nach Möglichkeiten, ihn vielleicht noch in unsere frische Show einzubauen.
Nichtsdestotrotz hilft er uns jetzt bereits nach besten Möglichkeiten, heute z.B. bringt er uns zu einer befreundeten NGO namens Toloo Bineshanha Society im Südosten von Teheran.
Diese Einrichtung an 6 verschiedenen Orten kümmert sich um Wiedereingliederung von vielerlei Menschen, die durch sämtliche familiären, sozialen und sonstige Netze gefallen sind:
Drogenabhängige, sich prostituierende und/oder obdachlose Menschen mit den dazugehörigen Kindern.
Die Unterstützung ist vielfältig: z.B. nach dem Drogenentzug hilft man den Menschen wieder zu sich und einen Weg in Arbeit und die Gesellschaft zu finden. Oder: Jeden Dienstag werden über 3000 Mahlzeiten an auf der Straße lebende Menschen ausgegeben, die z.T. auch von ehemals selbst Betroffenen gemacht und gebracht werden. Auch erinnert man sie daran, daß es einst ein Zuhause gegeben hat, hilft ihnen ein neues zu finden und unterstützt sie dabei, wieder ein eigenständiges Leben in jeder Hinsicht führen zu können, das nicht auf der Straße stattfinden muß.
Den Kindern der ehemaligen Prostituierten gibt man ein Zuhause, einen Ort, wo sie nicht bei der Arbeit der Mama zusehen müssen und auch nicht mehr ihre Hosen runterziehen (müssen), wenn man ihnen z.B. Schokolade reicht.
Am Ort angekommen, nach der Einführung durch den sehr angesehenen ’Chef’ ziehen wir uns um, beginnen unsere Show für ca 20 Frauen und 10 Kinder. Sofort wird klar, daß wir unsere Show für diese stark belasteten Kinder nicht spielen können, ohne sie kräftig miteinzubinden, auch den mittendrin natürlich auch an uns gereichten Tee und die Kekse.
Da hilft nur, das äußere und innere Tempo rauszunehmen, das Stück minütlich neu zu (er)finden, einfach die Freude im Publikum auch zur eigenen zu machen.
Wie immer folgt eine ausgiebige Aftershow-Fotosession für die wir herrlich Zeit haben, weil das heute unser einziger Auftritt ist.
Auch wir bekommen vor Ort noch ein köstliches Mittagessen.
Auf dem Heimweg nimmt der Verkehr bereits wieder deutlich zu, ein Schlenker über den Bazar im Norden von Teheran beschert noch ein paar neue Clownssocken.
Zuhause wird klar, es gibt noch nicht wirkliche pre- und aftershow- Routinen: z.B. die während der Performance gereichten Kekse hätten sich gefreut nicht in der Jackentasche und anschließend im Rucksack in alle Bestandteile zerfallen zu müssen, sondern sogleich nach der Vorstellung gerettet werden zu können…
Beim Feedback zu heute freuen wir uns sakrisch über und auf unsere Fortschritte und alles Kommende!
Susie aka Deppo.

5. Tag

08.11.2019

3. Tag in Teheran:
Heute ist Freitag – also Sonntag, klingt komisch, ist aber so, denn wir sind in der Islamischen Republik Iran. Der Verkehr hält sich heute morgen in Grenzen.
Wir fahren in den Süden Teherans zu einer der vielen Ziegelbrennereien. Auf dem Weg dorthin nicht enden wollende Maisfelder und plötzlich eine karge, staubige, wüstenähnliche Landschaft. Ein hoher Prozentsatz der dort lebenden und arbeitenden Menschen sind afghanischer Herkunft. Sie ’wohnen’ z.T. in Zelten, Wellblechhütten oder einfachsten Lehmbehausungen auf einem riesigen Areal, auf dem nur die Schornsteine etwas Abwechslung bieten.
Unser Gastgeber ist Hamyari Charity, eine NGO, die sich um arbeitende Kinder kümmert.
Bei der Wahl des Spielortes (draußen oder drinnen) ist unter anderem auch von Bedeutung, daß es bei der Indoorversion keine Probleme mit der Regierung geben wird.
Wie wir den Raum, der zugleich Umkleide, Zuschauerraum und Bühne ist, vorbereiten, stürmen schon die ersten Kinder herbei und blinzeln durch jede Ritze, die irgendwie Einblick gewährt.
Um sie zu bändigen stimmt Reza vor der Tür ein bekanntes Lied an. So sind alle beschäftigt und wir können uns noch ruckzuck umziehen.
Die Show läuft prima, alle Kinder verbünden sich mit dem jeweils leidenden Clown und fiebern bis zum Ende mit, obwohl sie ihre Energie kaum im Zaum halten können. Zum Glück bieten sich immer wieder Möglichkeiten, durch Anfeuern und lautstarkes Helfen wollen dieser unbändigen Kraft freien Lauf zu lassen. Die kleinen Spiele und das Rumblödeln nach der Show im direkten Kontakt sind zugleich große Freude und Herausforderung für uns alle.
Nach dem Abendessen zeigt sich der Teheraner Verkehr von seiner gewohnten Seite, die morgendliche Fahrtzeit hat sich verdreifacht.
Morgen ist Samstag – also Montag – zu den 4 Shows – durch diesen Straßenwahnsinn – das kann ja was werden….
Wir bleiben heiter und bester Dinge im Ausblick darauf!

6. Tag

09.11.2019

… in Teheran:

Wir reiten um 9 Uhr vom Hofe Richtung West-Teheran zu einer Einrichtung, die übersetzt Vogel des kleinen Baums heißt. Sie kümmert sich vor allem darum, daß benachteiligte Kinder, ein großer Teil davon afghanischer Herkunft auch Schulbildung erfahren. Die liebenswürdigen, sehr engagierten Damen freuen sich an uns, an den Unterhaltungen mit uns und saugen genauso wie die Kinder die Shows auf.
In der Pause stürzt eine junge Lehrerin herein, macht uns viele Komplimente und sagt zum Schluß zu Max: ’You are a sign of Humanity!’
Nach der 2. Show im Garten (ob der kleine Baum vorne in der Mitte der Bühne wohl der Namensgeber ist?) machen wir uns auf den Weg zum nächsten Einsatz, wo noch 2 Shows auf uns warten. Einige Kinder weinen, weil sie nicht dabei sein konnten, die Lehrerinnen bitten noch um eine dritte Show. Wir werden in den kommenden Tagen versuchen sie noch in den Terminplan reinzuquetschen.
Nach dem Mittagessen gehts in das Zentrum (wenn man bei dieser 15 Millionen Einwohnerstadt davon überhaupt sprechen kann), wo wir im Wohnzimmer einer Einrichtung spielen, die versucht den Kindern ein Zuhause und einen Familienersatz zu bieten.
Dorthin und wieder nachhause wurden wir von Saleh chauffiert, ein Freund, den wir bei der letzten Reise kennengelernt haben. Saleh lebte damals in Isfahan, kam wegen unser nach Mashhad und folgte uns dann nach Teheran.-
Man muß an dieser Stelle mal wieder einen herzhaften Dank an unsere großherzigen Gastgeberinnen Solmaz und Anahita Mougouie aussprechen. Ohne sie, Reza und viele weitere Freunde wäre diese Reise nicht möglich.
Tausend Dank, merci!
Zu Stoßzeiten sich durch den Verkehr zu mühen birgt aber auch viele Redemöglichkeiten, auch wenn man der Sprache des anderen nicht mächtig ist:
Saleh:‘One world, one language, it is love!’
Max:’ One world, same traffic, same problem.’
Susie.

7. Tag

10.11.2019

… in Teheran:

Fahren wieder mit Reza zum Auftritt…Seiner Meinung nach vieeeeel zu früh, aber wir trauen dem Verkehr nicht ums Mäusemelken!
Die Sonne scheint und wir sind guter Stimmung…voller Vorfreude auf die nächste Show!
Wir sind wieder im ärmeren Süden…unterwegs zu einem kleinen Theater, das die Organisation „Anjoman Yaran Danesh & Mehr“ auf die Beine gestellt hat, um mehr Kindern die Möglichkiet zu bieten uns sehen zu können! Die Organisation kümmert sich darum, dass Kinder, die arbeiten gehen, trotzdem Zugang zu Bildung bekommen. Dafür bezahlen sie manchmal sogar die Arbeitgeber um den Kindern mehr Freizeit zu verschaffen, die diese nutzen können, mal Kinder zu sein, oder eben auch um lernen zu dürfen!
Aha wer hätte das gedacht…wir sind doch eine 1/2 Stunde zu früh und plötzlich hält Resa abrupt an. Wir stehen vor einem heruntergekommenen unscheinbaren Laden der sich als traditionelles Teehaus entpuppt. Diese sind so rar geworden, dass es selbst für den gebürtigen Iraner eine Seltenheit darstellt ein solches Relikt der Vergangenheit zu entdecken und natürlich schauen wir auf einen Chai herein.
Es stehen ein paar Wasserpfeifen herum und der alte weisshaarige Mann, der stolze Besitzer, bewirtet uns mit einer inneren Ruhe und Kraft die den ganzen Raum erfüllt. Früher hätte Susie wahrscheinlich nicht eintreten dürfen, da dort die Männer beim Ratschen und Geschichten erzählen unter sich waren…aber wie gesagt die Dinge ändern sich…selbst im Iran…wenn auch manchmal etwas langsamer… Als wir schließlich bezahlen wollen, überrascht uns die Einladung dieses besonderen Mannes. Wir sind schon losgefahren, doch wollten wir uns revanchieren und brachten noch Flyer und Postkarte von uns vorbei.
Die 1. Show beginnt fast pünktlich und wir spielen etwas erhöht auf einer kleinen Bühne…was anfangs etwas Distanz zwischen uns und den ca.50 Kindern entstehen lässt. Auch während der Show ist die Stimmung nicht ganz so ausgelassen wie am Tag davor, aber bei den Nummern, in denen Wir uns austricksen und uns gegenseitig reinlegen, brüllen sie sofort los! Ja die gute alte Schadenfreude funktioniert einfach immer! Nach der Vorführung kommt der Leiter der Organisation zu uns hoch und „todernst“ beteuert er uns seinen tiefsten Dank…das alles quasi ohne eine Emotion zu zeigen, bis Susie ihm eine Nase überreicht. Ein wildes Fotoshooting ist die Folge… in allen Variationen werden die Kinder und die Mitarbeiter um uns aufgestellt.
Und da ist das Eis natürlich schon längst gebrochen…die Kinder umzingeln uns und die anfängliche Scheu is koplett verflogen…ja sie kriegen gar nicht genug davon, mit uns zu spielen, zu scherzen und zu blödeln…Wundervolle Momente, die man nie vergisst…
Die 2. Show verläuft ähnlich…die Kinder sind etwas älter und von Anfang an ein bisschen mutiger…Was für ein riesen großes unbezahlbares Geschenk, in diese leuchtenden Augen gucken zu dürfen…
Zurück gehts durch den zähfliessenden bzw. teilweise lahmliegenden Verkehr…Ich traue meinen Augen nicht als wir plötzlich die schneebedeckten Berge vor uns aufragen sehen.
Der Smog, der an manchen Tagen die Sicht komplett vernebelt macht anscheinend heute Pause. Trotzdem hat man bei jedem Atemzug einen leichten Beigeschmack von Benzin im Mund. Die Stadt stellt für mich ein Rätsel dar, wozu Susie nur sagt, dass es wahrscheinlich immer so bleiben wird…
15 Millionen Menschen…und fast jeder ist im Auto oder auf dem Roller unterwegs…dabei dient das Auto nicht nur als Transportmittel und gaaaaaanz selten als Statussymbol, nein es ist auch Zeichen der Freiheit!
Im geschlossen geschützten Gefährt kann man seine Musik hören und das Kopftuch ablegen…man entzieht sich der ewigen Kontrolle…wobei der Umgang mit den Regeln eh immer lockerer gehandhabt wird…Vor allem von den jungen Frauen!
Endlich zu Hause angekommen, heisst es jetzt packen, denn morgen fliegen wir mit Anna und Reza nach Isfahan (Zentraliran) südlich von Teheran.
Zuerst werden aber noch 2 Shows gespielt…dazu morgen mehr!
Khoda hafez“ und „Jub bechabi“ heisst so viel wie „pfiati und schlaf gut“
Max

8. Tag

11.11.2019

…vorläufig letzter Tag in Teheran:

Heute morgen wäre unser Driver bereits eine Stunde früher gefahren, er hatte sich geirrt und mußte leider warten. Wir fuhren schließlich nach Pakdasht, eine Stadt südlich von Teheran, zur gleichen Organisation wie gestern, Mehr o Danesh, die sich um die arbeitenden Kinder kümmert, diesen auch Zugang zu Bildung und kulturellen Ereignissen zu ermöglichen.
In einem kleinen Kino spielten wir eine herrliche Show für ca 10 Kinder und 20 Erwachsene. Als wir wieder Richtung Teheran fuhren, just um die Ecke, fuhren wir an einer Schule vorbei, in dessen Pausenhof hunderte von Kindern tobten. Wir dachten, es wäre doch auch schön für diese vielen Kinder zu spielen, jedoch, wie wir im Nachhinein erfuhren gab es auch für unsere Miniveranstaltung Beanstandungen, daß es nicht bei der Regierung angemeldet worden sei. Wir wußten, daß es als private Veranstaltung galt, aber es zeigte uns, daß in einer Schule zu spielen, derzeit, und vielleicht auch speziell an diesem Ort eine offizielle Genehmigung von Nöten ist, die ca ein Jahr Organisationsvorlauf benötigt…
Die zweite Show führte uns zu ’alten’ Bekannten, Khane Khorshid im Süden von Teheran. Ein Haus, das wir bereits zum dritten Mal besuchen, in dem ehemalige Prostituierte und drogenabhängige Frauen und deren Kinder Unterstützung in vielerlei Hinsicht erfahren.
Wir werden mit einem riesigen Mittagessen empfangen, das uns stärkt für unsere bisher beste Show. Die Male davor haben wir immer im Garten in dem äußerst unwegsamen Gelände mit Löchern und Hundehaufen gespielt, aber es gibt eine brandneue Errungenschaft, eine Art Pavillon, in den sich ca 60 Kinder jeden Alters und etwa 15 Damen quetschen und sich königlich amüsieren. Welch ein Fest!!!!
Nun begeben wir uns nach Isfahan, im Anschluß reisen wir nach Ahvaz, eine Gegend im Westen Irans, die stark von den Überschwemmungen betroffen war/ist.
Möglicherweise haben wir einige Tage keinen Internetzugang, spätestens Donnerstag Abend sind wir wieder in Teheran zurück und reichen alle Berichte nach.

Khoda Hafez einstweilen aus dem Iran von Max und Susie.

9. Tag

12.11.2019

Isfahan

Den Vormittag nutzten wir um ein wenig in die persische Kultur einzutauchen, wir besuchten Naghshe Jahan, den uralten riesigen Platz mit 2 Moscheen, 2 Königspalästen, umrahmt vom Bazar. Er wurde einst für Pferderennen und Polospiele genutzt. Unterhalb des Platzes befindet sich immer noch ein Gängegewirr, das damals von den Frauen genutzt wurde um sich ungesehen zwischen Palast und Moschee bewegen zu können. Heutzutage ist es einfach nur wunderbar, den Zauber und die wahnwitzige Schönheit zu spüren. Wir sind überwältigt und die Stadt zieht einfach jeden sofort in ihren Bann. Es ist wichtig auch diesen Teil der Kultur kennenzulernen um wenigstens ansatzweise etwas von den Menschen im heutigen Iran begreifen zu können.
Und plötzlich sind wir wieder in der ’anderen’ Welt:
Wir spielen 2 Shows in einer Einrichtung, die sich um arbeitende Kinder und Jugendliche vor allem afghanischer Herkunft kümmert. Zwischen unseren Spektakeln unterhalten wir uns intensiv mit den jungen leitenden Mitarbeitern über die unterschiedlichen Formen und Probleme der Flüchtlingsintegration. Dieses Thema beschäftigt alle gleichermaßen in verschiedenen Versionen, eine einfache Lösung gibt es eben nirgends.
Letztendlich zählt für uns beim Spielen vor allem der Moment des gemeinsamen Lachens und der Freude mit- und aneinander trotz aller Unterschiedlichkeiten.

Max und Susie.

Gepostet am

18.10.2019